Dienstag, 31. Juli 2012

schwimmende väter - silke schütze

leichte kost für den öffentlichen personennahverkehr, würde ich sagen.

in diesem roman geht es um die alleinerziehende jella, die einen hang zu "windhunden" hat. nicht zu den vierbeinigen caniden, sondern zu den männlichen hominiden. der vater ihres sohnes sieht fantastisch aus und hat ein sagenhaftes geschick, immer dann nach timbuktu, machu picchu oder ulaanbaatar zu verschwinden, wenn er gebraucht wird. da zur zeit alles irgendwie nicht so läuft für jella, zudem ein eltern/kind-fußballturnier im kindergarten ihres sohnes ansteht und ihr zu guter letzt noch der job gekündigt wird, ist sie ziemlich verzweifelt. ihre freundinnen raten zu einem update in sachen partnerschaft. dies müsste natürlich jemand sein, der zu jellas besonderer lebenssituation passt. daher entwickelt sie ein bewertungssystem für männer, das fußball, kinderliebe und den "casanovafaktor" zur formel für vaterqualität vereint. 

nacheinander lernt sie den hausmann björn, den optiker robin und patrick, den barpianisten kennen, die sich untereinander seit einiger zeit ebenfalls regelmäßig mit ihren sprösslingen im schwimmbad treffen. allerdings weiß keiner von den jeweils beiden anderen, dass diese es auch mit jella zu tun haben. nach und nach stellt sich heraus, dass nur einer die ultimative punktzahl in sachen vaterqualität für sich verbuchen kann.

natürlich wird zwischendurch alles sehr chaotisch und teilweise traurig, dann wieder aufregend und spannend, was der jungen mutti da so widerfährt. und letztlich renkt sich alles bestens ein. wie sollte das auch anders sein... :)

silke schütze hat für kurzweiligen lesespaß gesorgt, der keine großen ansprüche an konzentration oder tiefgang stellt. ideal für leute wie mich, die ein buch brauchen, dass sie morgens beim erreichen der haltestelle "klinikum ludwigshafen" an einer beliebigen stelle zuklappen können, um es dann abends wieder an ebendiesem punkt weiterzulesen. 

 den folgenden abschnitt habe ich als kleine leseprobe ausgewählt, weil ich selbst noch von früher jede menge "witwen" kenne. und weil ich damals wie heute keine solche sein mag und hoffe, niemals eine zu werden. egal, wie alt die kinder sind - man ist als alleinerziehende mum immer in gefahr, manchmal ein bisschen "witwe" zu sein. :)



Natürlich bin ich nicht die einzige alleinerziehende Mutter in Tims Gruppe, aber die meisten allein lebenden Mütter haben den Vater ihres Kindes in der Nähe oder einen Freund, der in Notfällen einspringt. Dann gibt es noch die "Witwen". Jedenfalls nenne ich sie so. Das sind die Frauen, die im Dauerclinch mit den Erzeugern ihrer Kinder liegen. Sie sprechen nur mit zusammengebissenen Zähnen von "dem Schwein", das sie verlassen/betrogen/hängen gelassen hat und verfolgen den so Titulierten mit Hass und Hilfe des Jugendamts.
  Das wollte ich Tim nicht antun, obwohl mich Jonathan ganz klassisch verlassen hat, kurz bevor Tim geboren wurde. Bis heute hat er noch einen einzigen Euro für seinen Sohn gezahlt. Ich hab's einfach nicht übers Herz gebracht, ihn als Vater beim Jugendamt anzugeben. Ein Luxus, den ich mir leisten kann, weil mich Mama-Ingrid und Papa-Hase in Notfällen unterstützen. Aber Tim soll nie das Gefühl bekommen, der Sohn eines Schweins zu sein. Er soll sich geliebt und gewünscht fühlen, und so habe ich Jonathan die Identität eines in geheimer Mission tätigen Globetrotters verliehen. Für Tim ist er der ferne Vater, der immer mal überraschend zu Besuch kommt. Jedes Jahr schreibe ich in Jonathans Namen Geburtstagskarten für Tim, schicke Pakete an ihn, die ich mit amerikanischen oder asiatischen Süßigkeiten fülle. Kann man heute zum Glück alles über das Internet bestellen. 




Mittwoch, 25. Juli 2012

rabenblut drängt - nikola hotel

nachdem ich bei die lesende minderheit schon mal über eine rezension von "rabenblut drängt" gestolpert bin, war ich hochgradig enttäuscht, dass ich das buch nicht lesen würde können. denn im gegensatz zu den kindle-besitzern, die problemlos bei amazon ihre e-books bestellen, versteht mein sony-reader ja nur ePub.

dann führte mich ein link von facebook über diverse bücherblogs zu nikola hotel, der autorin des buches. in einem post von anfang juli bot sie interessierten leserInnen an, das buch auf mailanfrage zu versenden. und tatsächlich, ich hatte die "bettelmail" kaum verschickt, landete "rabenblut drängt" auch schon in meinem bevorzugten format in meinem virtuellen postkasten. nochmals ganz herzlichen dank dafür, nikola. du hast zwar meine küche um die notwendige grundreinigung gebracht - aber wie könnte eine dreckige küche wichtiger sein als eine hochspannende, wundervolle geschichte?? "nevermore", sag ich da nur... :)

was mich mitten ins buch schleudert. diese handelt von isa, die in einem nationalpark in tschechien bei einem forschungsprojekt über wildtiere mitarbeitet und dabei mit einem mysteriösen mann konfrontiert, den sie und ihre kollege marek schwerstverletzt mitten im wald auffinden. in seinem arm ein toter rabe...

so, das war's schon zum genauen inhalt, ich möchte ja, dass ihr die geschichte selbst lest. nikola hotel hat diese in einer sehr ausgefeilten und sorgsam gewählten erzählsprache zu papier gebracht, verwoben mit historischer hintergrundinformation und deutlich spürbarer liebe zu literatur und - ganz besonders - zur musik. die genaue beschreibung der klassischen musikstücke, verbunden mit den empfindungen der protagonisten, lässt tief blicken und ich bin einige male zum rechner gegangen, um "nachzuhören", wovon da die rede war, um besser nachvollziehen zu können, welche "stimmung" die szene beherrschte. nikola hotel hat ein händchen dafür, handfeste und nützliche informationen in die geschichte einzuflechten, ohne dass diese an dieser stelle trocken wirkt oder an spannung verliert.

das thema an sich fand ich außergewöhnlich und, gott sei dank, ganz anders, als dieser teilweise völlig abstruse romantic-fantasy-mist, der sich nach den "biss..."-geschichten wie fäulnis in einer apfelkiste verbreitet. da ich ja, wie bereits mehrfach beschrieben, ein wenig beeinträchtigt bin, was das nachempfinden romantischer gefühle anbelangt - war mir die erkenntnis isabeaus, alexej zu lieben, ein bisschen zu schnell gekommen und umgesetzt... aber es gibt mit sicherheit noch viele menschen, die an diese "liebe auf den ersten blick"-kiste glauben und mich eine verbitterte olle unke nennen dürfen. 

insgesamt kann ich nur süchtig-machenden lesefreude attestieren und ich hoffe, dass die fortsetzung nach diesem fulminanten auftakt nicht allzu lange auf sich warten lässt und ich mehr erfahre über isa, alexej, nikolaus, jaro (mein liebling...) und natürlich sergius... den schönen bösewicht. 





die anziehungskraft...

... von frauen auf männer kann aufgrund unterschiedlicher komponenten funktionieren. es gibt frauen, die wirken sehr anziehend auf männer, weil sie einfach nur superklasse aussehen, charmant und witzig sind, über einen überragenden intellekt verfügen und mit ihrer katzenhaften geschmeidigkeit und geheimnisvollen eleganz noch wahnsinnig sexy sind. 

das sind recht wenige. 

vielleicht sollte man sich da eher auf teilbereiche spezialisieren. die katzenhafte geschmeidigkeit und die geheimnisvolle eleganz kann ich mir da auf ewiglich von der backe putzen. ich neige vielmehr zu etwas schusseliger tölpelhaftigkeit und offenherziger naivität. wenn ich mich ein wenig anstrenge, könnte ich in sachen charme bei weniger anspruchsvollen herren einen stich machen. aussehen und humor sind eh ansichtssache.

kürzlich hatte ich eine diskussion über körperschmuck. nun gibt es ja bei mir einiges an freifläche, die ich mir über die jahre hinweg auch als solche bewahrt habe. es gibt also keine überraschungen. wenn ich mich ausziehe, enthülle ich nur nackte tatsachen, keine körpercomics und auch keinerlei metallische ein- oder aufbringungen. bis auf zwei ohrlöcher und unfreiwillige, dem wilden naturell meiner kindheit und den chirurgischen eingriffen zur erhaltung meiner lebenskraft geschuldeten narben.

ich bin auch nicht der meinung, dass menschen zwangsläufig besser aussehen, wenn sie bemalungen haben. mag sein, dass ich anders denken würde, wäre ich eine maori. bin ich aber nicht. ich bin eine sehr durchschnittliche westeuropäerin mit einer spritzen- und nadelphobie. was bedeutet, dass ich tattoos abgeneigt bin. ich habe kein problem mit tattoos an anderen leuten, aber für mich - nö. liegt vielleicht auch ein wenig daran, dass ich ab und an bei uns auf der station menschen sehe, die sich vor langer zeit für eine permanente körperbemalung entschieden haben, aber nicht drüber nachdachten, ob das im alter von 75 immer noch schön aussieht. sieht es nicht, leute. aber egal... kommt ja eh nicht in frage für mich.

kommen wir zu piercings aller art: da versuchte mich doch tatsächlich eine frau davon zu überzeugen, dass ein intimpiercing sowohl einen anreiz für das andere geschlecht, als auch eine aufwertung des sexuallebens darstellt. aha... das heißt, ich sprech dann wildfremde männer an und sage: "hey, ich bin intimgepierct. reizt dich das an?? wenn ja, lass uns mein sexualleben aufwerten...". die dame meinte: nein, so habe sie das nicht gemeint. aber es würde schon eine gewisse anziehungskraft auf das andere geschlecht ausüben, wenn man so ganz nebenbei im gespräch erwähne, dass man "da unten" gepierct sei. ich überlegte eine weile, bei welcher gelegenheit ich so etwas "ganz nebenbei" in einem unverfänglichen zusammenhang fallenlassen könnte. ich kam zu dem schluss, dass ich mit sehr wenigen menschen über form und aussehen meiner primären geschlechtsmerkmale spreche. und ich könnte es mir auch wenig "anziehend" vorstellen, wenn ich bei einem date so zwischen rucolasalat und kalbsroulade plötzlich auf durchbohrte schamlippen zu sprechen käme. 

meine gesprächspartnerin hatte für derlei befangenheit kein verständnis und wies mich auf ein möglicherweise intensiveres gefühlsempfinden beim akt an sich hin. hm... ich schrecke aber alleine schon vor dem akt der anbringung des piercings zurück. sorry, aber da wäre ich definitiv nicht cool genug. das tut bestimmt sauweh und ich präsentiere nur ungern ungeschützt meinen schambereich menschen, die da mit lochzange oder ähnlichem gerät dran herumhantieren wollen.

nein, ich glaube, ich werde wohl eher doch an der katzenhaften geschmeidigkeit arbeiten... oder meine anziehungskraft in sachen hirnleistung aufwerten. aber meine zukünftigen dates müssen sich darauf gefasst machen, dass ich von jetzt an mal so "ganz nebenbei" entsprechende fragen ins gespräch einflechten werde.

alleine schon, um herauszufinden, ob und in welcher form da modifikationen an strategischer stelle vorgenommen wurden... um zumindest den anschein einer weltoffenen und toleranten mitmenschin zu erwecken. das kann ja auch anziehend sein... vielleicht... 


dazu fällt mir übrigens auch martina schwarzmann ein... bis ganz zum schluss hören. :)






Dienstag, 24. Juli 2012

das beste zum kuss - janet evanovich

stephanie plum at it's best!! - meine lieblingskopfgeldjägerin hat dieses mal eine besonders gefährliche aufgabe: ihr arbeitgeber vinnie wurde entführt und kann nur gegen die zahlung von lächerlichen 1,3 mio. dollar ausgelöst werden. stephanie, lula und connie müssen eine möglichkeit finden, die entführer zufrieden zu stellen, um ihren chef und damit ihren arbeitsplatz zu retten. wie immer versuchen die drei es auf eher unkonventionelle art. da wird ein alligator mittels hähnchenflügel in die freiheit entlassen, eine rinderherde vom schlachthof in trenton befreit und ein stinkbombenangriff auf ein beerdigungsinstitut gestartet. wie immer wird stephanie von ihren beiden traummännern ranger und morelli beschützt und unterstützt, und auch ihr guter alter freund mooner spielt eine wichtige rolle bei der befreiung vinnies. 

nachdem ich nun wirklich alle bücher aus der stephanie-plum-reihe geradezu verschlungen habe, bin ich erstaunt, dass es evanovich immer noch gelingt, einen draufzusetzen. wobei stephanie in diesem band immer wieder deutliche zeichen von frust und zweifel äußert und ich manchmal das gefühl hatte, dass auf ein ende der serie zugesteuert werden sollte. allerdings spricht das ende des buches dann doch eher dagegen, denn wie immer ist am ende alles gut. bis auf stephanies liebesleben - das ist immer noch verwirrend. :)



  Ich ging dazwischen  und schlug Buch mit meiner Tasche auf den Kopf. Er schüttelte sich benommen und Milton kroch davon. 
  "Das hat ja nicht so prächtig geklappt", bemerkte Grandma. 
  Butch krabbelte umher, fuchtelte mit den Armen, griff nach den Umstehenden und alle hielten Abstand. Ich kam zu dem Schluss, dass ich die Wahl hatte, ihm mit der Flasche eins überzuziehen, die Polizei zu verständigen, Rangeman zu rufen oder ihn gehen zu lassen. Ich entschloss mich für Rangeman. 
  Rangers Leute brauchten fünf Minuten, um auf meinen Hilferuf zu reagieren. Zwei große Kerle in schwarzer Rangeman-Kluft und vollausgestatteten Einsatzgürteln traten lässig an Butch heran und betrachteten ihn. Er lag noch auf dem Boden, schwitzte, fletschte die Zähne, spuckte und langte bedrohlich nach den Schaulustigen. 
  Einer der beiden verabreichte Butch eine geballte Ladung mit einem Elektroschocker. Aber der Rangeman-Mitarbeiter bewegte sich nicht schnell genug, sodass Butch den Schocker in die Hand bekam und ihn quer durch den Raum warf.
  "Huch", machte der Rangeman-Kollege. 
  "Allerdings", sagte ich. "Alles schon probiert."
  "Bist du sicher, dass es ein Mensch ist?"
  "Vielleicht könnt ihr eine Kette an den FlexiCuffs um seine Knöchel befestigen und ihn hinter eurem Wagen herziehen", schlug ich vor.
  "Haben wir schon mal probiert, aber das gefiel Ranger nicht", sagte der eine. "Wenn man zum zweiten Mal etwas macht, was Ranger nicht gefällt, ist man seinen Job los und kann einpacken."
  "Wie müssen den Saal räumen", sagte der andere. "Das Publikum muss weg."
  Die meisten Zuschauer waren inzwischen gelangweilt weitergegangen, und die wenigen Übrigen konnte ich überzeugen, einen Imbiss in Erwägung zu ziehen. Ich führte sie zum Tisch mit den Plätzchen und hörte hinter mir ein Geräusch, als würde ein Baseballschläger auf einen Sandsack treffen. Womm! Als ich mich umdrehte, war Butch am Schlafen. 
  "Alles in Ordnung mit ihm?", fragte ich.
  "Ja", sagte der Typ von Rangeman. "Der kommt wieder zu sich. Musste sich nur beruhigen. Sollen wir ihn für dich auf dem Polizeirevier abgeben?"
  "Ja, das wäre super", sagte ich.
  Sie legten Butch die Handschellen auf den Rücken an und schleppten ihn fort.
  "Das sind aber nette junge Männer", meinte Grandma. 







Sonntag, 22. Juli 2012

mürrische monster - royce buckingham

vor zwei jahren hatte ich "dämliche dämonen", den ersten band aus der reihe von royce buckingham, gelesen und war einigermaßen begeistert. auch dieses mal ging es mir so, dass ich mit dem buch innerhalb eines tages durch war.

diesmal trifft nate, der dämonenhüter auf lilli, die so etwas wie eine dämonen"sammlerin" ist. nate ist fasziniert, seine freundin sandy dagegen ist ein wenig eifersüchtig. als sich herausstellt, dass lilli von einem dämonenfresser verfolgt wird, der von der fülle dieser geschöpfe in nates haus in seattle angezogen wird, vergisst sandy ihre abneigung gegen lilli und mit vereinten kräften unterstützen sie nate und seinen lehrling richie im kampf gegen die grausame kreatur.

ein nettes buch für einen verregneten tag...





Freitag, 20. Juli 2012

bücherblogs...

machen süchtig. ich könnte ständig neue hinzufügen und folge einem link nach dem anderen. meine wunschliste bei amazon wächst und die liste der bücher, die ich aus der bücherei ausleihen möchte, auch. zudem wartet hier in meinem bücherregal auch noch einiges an ungelesenem... "sub" heißt das wohl aber in buchbloggerdeutsch. unter diesem aspekt betrachtet fällt es mir schwer, an meine riesige bücherwand zu denken, die mir der ex-gatte vor jahren zusammengezimmert hatte, die laut erzählungen der kinder mittlerweile abgebaut wurde. die bücher wurden in kisten verpackt und lagern in der garage... (ich ahne fürchterliches, was ihren zustand und ihre zukunft anbelangt.) beim umzug konnte ich ja gar nicht alles mitnehmen und auch jetzt könnte ich sie nicht erretten, weil ich derzeit einfach keinen platz dafür habe. dennoch fehlen mir viele bücher sehr, weil ich schon immer die angewohnheit hatte, bestimmte passagen noch mal nachzulesen, bücher anderen zu empfehlen und zu verleihen... 

naja, egal... da muss ich jetzt eben durch. irgendwann wird wohl eines meiner kinder sein zimmer räumen und dort wird auf jeden fall ein gemütlicher lesesessel, eine leselampe und ein übervolles, raumhohes bücherregal stehen. wahrscheinlich wird bis dahin mein bücherstapel auf eine unüberschaubare menge angeschwollen sein, sich gierig auf den angebotenen platz stürzen und sich breitmachen.

da keines meiner kinder mit inbrunst liest oder interesse hat, mein vermächtnis weiterzuführend, braucht sich auch keiner gedanken zu machen, womit man dereinst das feuer für meine einäscherung anfacht... 


Donnerstag, 19. Juli 2012

freihand-masturbation...

ich lach mich scheckig... gerade hat anke diesen link auf michas facebook-pinnwand gesetzt.


alleine schon der part mit "... oder unter dem schreibtisch..." hat mich fast unter den meinen gehauen vor lachen. ich möchte jetzt gar nicht mehr wissen, wieviele sekretärinnen erst mal den schreibtisch ihres bosses checken, nachdem er ihnen kurz zuvor von dort selig zugelächelt hat. es könnte natürlich sein, dass er an den schweinebraten gedacht hat, den ihm seine angetraute abends kredenzt... oder an dem erleichternden gang zur toilette, den er nach 3 tagen verstopfung endlich hinter sich gebracht hat... oder an den 3 kg weniger auf der waage, die er aufgrund "10 weeks body change" abtrainiert hat...

... aber es könnte definitiv auch am SPIDER masturbator liegen, der da unter der schreibtischplatte befestigt ist...






werbespots...

ich mag ja werbung. ich glaube, ich bin eine der ganz wenigen, die sich freut, wenn ihr fernsehabend unterbrochen wird durch werbespots. da kann ich auf's klo gehen... oder mir was zu essen machen... oder mal kurz durch die anderen programme zappen... waschmaschine, trocker oder spülmaschine ausräumen/befüllen... ein paar zeilen im jeweils aktuellen buch lesen...

naja, egal, ich find werbung jedenfalls eine willkommene unterbrechung. nervig ist es manchmal, wenn die werbung mit der lautstärke eines presslufthammers einsetzt, während der eigentliche film so leise ist, dass man sich in einem kurs für lippenlesen wähnt.

es gibt allerdings zwei werbespots derzeit, die mir sicher und zuverlässig eine blutdruckerhöhung und den drang verursachen, den fernseher auf ewig auszuschalten und dem tv-konsum fürderhin zu entsagen... 

einmal ist das die werbung für diesen lufterfrischer, der auf die durchgeschwitzten sportklamotten eines "aserbaidjanischen" ringerteams (riechen die strenger als andere?? oder waschen die ihre sachen seltener??) gesprüht wird und danach müssen da leute dran schnüffeln. stinkige schuhe duften angeblich nach erdbeershake. ein typ, der aussieht, als ob er erwartet, einem abgefahrenen bondage-pornodreh beizuwohnen, mutmaßt verzückt "passionsfrucht??" beim einsaugen des duftes, der einem genitalschutz entströmt. 

währenddessen hocken die verschwitzten, aber durchaus amüsierten aserbaidjanischen ringer herum und lachen sich kaputt...

doof. doof und meines erachtens werbeunwirksam. aber... vielleicht gibt es liebhaber für einen maracujaduftenden ringersackschutz. wer weiß?? 

übertroffen wird für mich persönlich der würgefaktor dieses spots nur durch diesen unsäglich unsympathischen typen, der sich vor einigen jahren durch sämtliche talkshows geweint hat, um sein buch zu promoten, kurze zeit später für seine neue tussi kiloweise abgespeckt hat und für dieses völlig neue und total innovative programm zum abnehmen und body-shapen (weniger essen, mehr bewegen ... was bitte ist daran "neu"??) jetzt ständig auf dem bildschirm reklame macht. der slogan verspricht mir, dass der herr, den ich nicht leiden kann, mich "sexy" macht...

brrr... wenn ich den sehe (ähnlich wie bei diesem "bett-im-kornfeld/mallorquinischen-könig"-kotzbrocken), räufelt es mir die zehennägel hoch...

ich schwanke derzeit noch zwischen komplettem boykott aller privatsender... oder einer therapie. oder ich warte einfach ab. irgendwann wird er verschwinden. alles wird gut... lalalala... ich seh ihn nicht und hör ihn nicht... lalalala...

lalala...

Sonntag, 15. Juli 2012

jesus liebt mich - david safier

... ist wirklich eines der schlechtesten bücher, die ich je gelesen habe. einzig die tatsache, dass es einen sehr überschaubaren umfang hat und ich ungern bücher an die bibliothek zurückgebe, bevor ich sie gelesen habe (ich weiß, ist eine meise - gerade DASS ich das buch kostenlos lesen und ohne finanziellen schaden zurückgeben könnte, sollte mich überzeugen, das auch öfters zu tun. *seufz*), hat es mich auslesen lassen. 

aber es ist ja gerade wochenende, und ich habe die nächsten beiden wochen frei, das wetter ist schlecht... - so what?? 

ich will über den inhalt nun gar nicht viel worte verlieren. 

unglückliche frau ohne händchen für den richtigen mann, verguckt sich in bärtigen, langhaarigen zimmermann, der behauptet, gottes sohn zu sein. ihre gefühle für jesus alias joshua lassen marie in ihren persönlichen (zugegebenermaßen nicht sehr stabilen) grundfesten erschüttern. hinzu kommt, dass satan zum letzten gefecht pfeift und seine apokalyptischen reiter direkt aus ihrem persönlichen umfeld rekrutiert. alles kommt, wie es kommen muss: marie spricht mit dem lieben gott persönlich und rettet die situation und ihr seelenheil.

soweit im kurzen. sicher hätte man da was draus machen können. aber die witze sind platt, die charaktere endlos doof und furchtbar klischeebehaftet, die handlung vorhersehbar. stellenweise drängt sich auch die eine oder andere szene aus anderen büchern oder filmen auf, die recht abgekupfert wirkt. (einer meiner lieblingsfilme ist "dogma"...)

naja, ich mochte ja schon "mieses karma" nicht besonders - warum sollte mir also das noch weniger feinsinnige "jesus liebt mich" gefallen??

wer auf holzhammerhumor steht - nur ran!! ich werd von david safier nichts mehr lesen. :)

beweis gefällig?? 

  Aber wenn er keine Ahnung hatte, was ich da oben mit ihm wollte, könnte ich mich doch vielleicht noch leicht aus der Affäre ziehen und mich selbst davor bewahren, gleich den nächsten Fehler zu begehen. Oder noch schlimmer: mir von ihm einen Korb zu holen. 
  Ich würde das Ganze sicher locker abbiegen können. Ich durfte mit meinem besoffenen Kopf nur nicht etwas so Verfängliches wie "Kaffee trinken" antworten.
  "Was willst du mit mir tun?", fragte Joshua nochmal.
  "Hobeln."
  "Hobeln?"
  Scheißrotwein!
  "Äh... ich meinte habeln."
  "Habeln?"
  "Ja", grinste ich ziemlich verquer.
  "Was ist das?"
  Mein Gott, woher sollte ich das wissen?
  "Ich... ähem... meine doch hobeln ... den Dachstuhl machen", erklärte ich hastig.
  "Du willst, dass wir gemeinsam am Dachstuhl arbeiten?"
  "Ja"", antwortete ich, froh, die Kurve bekommen zu haben. 

 


danke, mama...

weil ich weiß, dass pauline für "handkäs mit musik" tötet, war es mir ein bedürfnis, ihr als sonntagsfrühstück welchen zu kredenzen. witzig fand ich aber, dass sie erst mit ihrem freund gestern telefonierte, um abzuklären, ob er ein problem damit hätte, wenn sie womöglich einen latenten handkäs-duft um sich herum verbreitet. 

er wischte ihre sorge vom tisch, indem er bekräftigte, dass er sie liebt, auch wenn sie ein bisschen wie die käseverkäuferin auf dem markt riecht. :D


Samstag, 14. Juli 2012

"jutta profijt - im kühlfach nebenan"...

... ist, wie der vorhergehende band aus der kühlfach-reihe, sehr empfehlenswert. ich persönlich fand ihn sogar besser als den vorläufer. 

ein feuer im kloster mariental kostet ordensschwester marlene das leben und ihre mitschwester martha wird schwerst verletzt und liegt auf der brandverletzten-intensivstation des örtlichen krankenhauses. dort verbringt auch der gerichtsmediziner martin die letzten tage seiner genesung, nachdem er im show-down des ersten bands fast verblutet wäre. natürlich hält sich die seele paschas, des autoknackers, nahe bei martin auf, letztlich hat dieser im rahmen der aufklärung von paschas tod sein leben riskiert und auch ein ehemaliger autoknacker und kleinkrimineller fühlt dankbarkeit. da trifft er auf die seele marlenes, die ihm von dem brand im kloster erzählt und von den ungereimtheiten, die sich um ihren tod ergeben. pascha "übersetzt" marlenes berichte an martin und gemeinsam machen sie sich an die aufklärung der ereignisse.

was mir gut gefallen hat, war, dass diesmal pascha einen weg fand, auch mit anderen menschen außer martin zu kommunizieren. das entbindet martin ein bisschen von der pflicht, sich ständig rechtfertigen zu müssen und erlaubt es auch seinen freunden, ihm trotz seiner seltsamen anwandlungen, die er in der letzten zeit zeigt, zu glauben und sich für ihn einzusetzen. die geschichte ist mir persönlich diesmal schlüssiger vorgekommen, wenn auch das ende nicht so fulminant ist wie im ersten buch.

die figur paschas ist wieder herrlich unkonventionell und politisch völlig unkorrekt. in den wortgefechten mit schwester marlene fliegen die funken. seine ansichten über frauen sind total chauvinistisch und machohaft. die art und weise, wie er martins anständigkeit und "unbedarftheit" immer ein wenig auf die schippe nimmt, ein bisschen "gemein". aber dann gibt es wieder szenen, die zeigen, dass pascha trotz krimineller vergangenheit (oder gerade deswegen??) das herz an der richtigen stelle hat. sofern man das sagen darf, denn als herumgeisternde seele ist das ja bissl dürftig mit der anatomie. 

   Ich schwor Rache.
   Die Gelegenheit kam natürlich im Anschluss an die Obduktion. Martin nahm Katrins Diktiergerät entgegen, schloss es an seinen Computer an und überspielte den Text in seine Spracherkennungssoftware. Er korrigierte einige Verständnisfehler, die auch bei ihm auftauchen, aber besonders zahlreich sind, wenn das Programm eine andere Stimme verstehen soll. Dann setzte er das drahtlose Headset auf und füllte die diversen Formulare aus, die zu einem Obduktionsbericht gehören. 
  Das Deckblatt verlangte den Namen des Opfers, seine persönlichen Daten und die Angaben zu Auftraggeber und Umfang der vorgenommenen Untersuchungen. Martin diktierte "Astrid Kammschneider, Ordensfrau der Liebevollen Schwestern der Heiligen Maria von Magdala, Ordensname Martha." Er nannte Geburts- und Todesdatum, letzte bekannte Adresse, Kennnummer, Auftraggeber der Untersuchung: Staatsanwaltschaft Köln.
  Der Umfang der vorgenommenen Untersuchungen wurde anhand einer Liste angekreuzt. Sektion der Leiche, Kreuzchen. Toxikologische Untersuchung, kein Kreuzchen. Genanalyse, kein Kreuzchen. Sonstige Untersuchungen: Martin diktierte "keine".
  "Ah, Herr Gänsewein", rief der Chef durch das Büro. "Wie war die Sektion? Haben sie das lange Stehen am Sektionstisch gut überstanden?"
  Martins Blick verließ den Bildschirm, er bestätigte dem Chef, dass alles in Ordnung sei, er sich fit fühle und es keine Probleme gegeben habe. Inzwischen war der Chef um den Schreibtisch herumgekommen und warf einen Blick auf den Bildschirm.
  "Oh", sagte er mit einem Gesichtsausdruck, der sich offenbar nicht zwischen Belustigung und Entsetzen entscheiden konnte. Da ist Ihnen aber ein kleiner Fehler unterlaufen."
  In der entsprechenden Zeile waren aus den Liebevollen Schwestern wieder die Liebestollen Schwestern der Heiligen Maria von Magdala geworden, die Untersuchung war angeordnet von der Schafsanwaldschaft Köln und die Kennnummer lautete XYZ0815."


 


Donnerstag, 12. Juli 2012

armes mittelloses kind...

... fällt mir da nur ein. 

gestern abend bat ich meinen erstgeborenen: "lukas, könntest du dafür sorgen, dass der müll runtergebracht wird, die spülmaschine ausgeräumt und neu befüllt wird, und das katzenklo saubergemacht wird?? wie ihr drei das untereinander organisiert, ist mir egal, aber das sollte erledigt sein. außerdem möchte ich, dass du etwas früher aufstehst als sonst und ein brot oder ein paar brötchen kaufst...".

so lautete der auftrag. relativ klar und präzise. da pauline immer wieder klagt, dass ihre brüder demonstratives desinteresse zeigen, sobald sie "arbeitsanweisungen" von mir an sie heranträgt, hoffte ich, dass es besser klappt, wenn ich dieses mal am anderen ende der "befehlskette" beginne.

da ich seit einigen tagen über ein "job ticket" verfüge, dauert mein abendlicher heimweg nicht mehr eine viertelstunde, sondern im besten fall eine dreiviertel stunde bis stunde. das heißt, als ich heute abend erst um 18:00 uhr die ausgangstür der station gefunden habe (normalerweise habe ich um 16:42 uhr arbeitsschluss...), und mich durch den öffentlichen nahverkehr gequält hatte, zeigte mein handy 19:15 uhr. 

ein kurzer blick durch die wohnungstür zeigte folgenden sachverhalt.

a) kind 3 (das weibliche) verließ offenbar schon vor stunden die wohnung. 
b) kind 2 (das ewig hungrige) hatte mehrere kekse, diverse joghurts und eine pizza vertilgt.
c) kind 1 (das stets schlecht gelaunte) hatte einen black-out, der meinen auftrag überspeicherte. so empfand dieses kind auch keinerlei schlechtes gewissen. 

meine befragung ergab (wann war es je anders??), dass an allem ich schuld sei. denn ich hatte vergessen, meinem erstgeborenen geld für ein brot zu hinterlegen. 

da er SCHON um dreizehn uhr sein bett verließ, danach gezwungen war, sich zu duschen, mit seinen freunden einen termin vereinbaren musste, der ihn verpflichtete, um fünfzehn uhr fußball spielen zu gehen, blieb ihm auch keinerlei freie minute, sich per bankraub oder geschwisterdiebstahls 2 euro zu verschaffen. geschweige denn, seine problematik mit seinen, eventuell über den horrenden betrag verfügenden nahen verwandten zu erörtern und eine gemeinsame lösung zu finden.

weder mülleimer, noch spülmaschine nötigten ihn durch strahlenkraft oder beschallungsenergie, seinen pflichten nachzukommen. stattdessen blieb ihm nichts anderes übrig, als seinen besten freund nach dem fußballspiel in unsere behausung einzuladen, weil dieser aufgrund eines schon länger andauernden konfliktes mit seinen eltern den zugang zu einem computer verwehrt bekam. dieser misere muss natürlich abgeholfen werden - was kümmert es da, dass die heimische burg in schutt und asche liegt und muttern einem infarkt nahe ist, wenn sie die heimstatt betritt...??!! 

ich versuche es jetzt mit einer phantasiereise. ich träume mich auf eine einsame insel... mit einem wundervollen strand... kristallklares, türkisfarbenes wasser... ein bequemer liegestuhl... das klimpern von eiswürfeln, die einen erfrischenden, mit früchten dekorierten cocktail kühlen... eine sonnenbrille... ein interessantes buch... das zwitschern exotischer vögel in den palmen über mir... das regelmäßige plätschern der wellen an den ufersaum...

ooommmmmm....

(kann jemand nachvollziehen, dass diese idyllische vorstellung gestört wird von gewaltgeprägten bildern, die plötzlich einen kannibalenstamm erscheinen lassen, die einen riesigen kochtopf füllen und auf einem riesigen feuer erhitzen, in dem mein erstgeborener sitzt und brüllt: "mum, du bist schuld...!! autschn...!! duuuuu.... bissssst schuuuuuld....!!!!" .....?????)

*grummel*


Samstag, 7. Juli 2012

liebe menschen...

... kann man gar nicht genug um sich herum haben... 

gestern abend war ich fast ein bisschen zu tränen gerührt. eigentlich fing alles so an: am mittwoch spürte ich beim gehen einen kleinen schmerz in der kniekehle, immer, wenn ich das linke bein belastete. wenn ich saß oder lag, tat nichts weh. gestern morgen wurde der schmerz schlimmer und "rutschte" so in die obere hälfte der wade. zu sehen war gar nix. dafür tat es aber verdammt weh. und je mehr ich versuchte, es zu ignorieren, um so schlimmer wurde es. ich fing ein bisschen an zu hinken. das war mir schon fast "peinlich". :)

wie es so meine art ist, erzählte ich einem meiner kollegen scherzhaft, dass mir wahrscheinlich jetzt demnächst das bein abfallen würde. zumindest die wade. er fragte, was los sei und wurde relativ ernst, als ich meine "wadenprobleme" beschrieb. er tippte auf eine mögliche thrombose, und schlug vor, dass ich einen unserer netten docs damit belästigen sollte, um die wade zu schallen. als ich ihn für bekloppt erklärte und erwiderte, dass ich mein lebkuchentag keinen arzt für so ein trallala missbrauchen möchte, sagte er: "ich weiß... ich kenne dich auch ein bisschen. du würdest selbst, wenn dein bein auf doppelten umfang angeschwollen wäre, keinen arzt an dich ranlassen... aber ich mach mir ein bisschen sorgen!!" dann malte er mir (typisch krankenpfleger!!) in den schillerndsten farben aus, was mir schlimmstenfalls passieren könnte. ich will da jetzt gar nicht ins detail gehen, aber am ende standen seinen wahnvorstellungen nach ein mindestens 15 wochen langes leiden, ein furchterregendes aussehen und grausige schmerzen... 

nachdem keiner auf meine späße einging und ich immer wieder hörte: "lass das bein untersuchen, warte da nicht lange ab!! das kann mit einer lungenembolie enden und das ist nicht zum lachen...", fragte ich tatsächlich einen unserer assistenzärzte, was ich tun sollte. der nahm mir kurzerhand ein gerinnungsröhrchen voll blut ab, ließ die d-dimere bestimmen und eine halbe stunde später wurde mir bestätigt, dass definitiv keine thrombose vorläge. obwohl mir das ja völlig klar war (*hust*), war ich beruhigt.

zu hause erzählte ich das pauline und sie war auch erleichtert, dass ich das abklären habe lassen. (obwohl ja mein jüngstes kind sich sehr sicher ist, dass sie im notfall sogar den "mummy whale" ins leben zurückrufen könnte, falls ich mich kurzfristig von selbigem verabschieden würde - aber ich möchte dafür weder einen beweis erbracht haben, noch vom gegenteil überzeugt werden...)

als ich dann gestern abend so vor dem fernseher saß, kreisten meine gedanken immer wieder um den tag. dass ich nicht gut "auf mich achte", dass ich krankheitssymptome lange ignoriere, dass ich lieber warte, bis es gar nicht mehr anders geht... das hab ich quasi "gelernt". mein ex-mann war sofort völlig genervt, wenn ich krank wurde. egal, ob das eine erkältung, kopfschmerz oder irgendwas ernsthaftes war - er wollte, dass ich "funktioniere". ich vergesse niemals, als ich einen hörsturz hatte und mich weigerte, diesen im krankenhaus behandeln zu lassen und eine stationäre aufnahme ablehnte... damals kam ich nach hause und weinte, weil mich der tinnitus und die übelkeit fast kirre machten. und er fragte nur: "woher kommt das??" ich sagte: "der arzt sagte, bei den meisten menschen ist das stressbedingt...". und seine frage darauf lautete: "wo hast du denn stress??"

oder als ich vorzeitige wehen hatte bei meiner letzten schwangerschaft, und die gefahr bestand, dass ich pauline in der 31. ssw bekommen müsste. ich saß in einer unrenovierten wohnung, mitten im hochsommer, hatte zwei kinder unter vier jahren, einen unfassbar dicken bauch und kein funktionierendes badezimmer... und der ex-galan verabschiedete sich mit den worten: "im ernstfall kannst du dich ja von meinen eltern ins krankenhaus fahren lassen..." für vier tage nach konstanz zu den deutschen meisterschaften. 

das sind nur die zwei krassesten beispiele aus einer langen zeit, in der das so lief mit uns. krank sein war indiskutabel...

jetzt will ich gar nicht behaupten, dass ich mich in diesen situationen als opfer fühlte. gar nicht. im gegenteil, ich hatte ein schlechtes gewissen, wenn ich ausfiel oder für meine familie eine belastung darstellte. ich fand das eigentlich völlig in ordnung, denn ich wollte ja auch kein klotz am bein sein für niemanden.

und irgendwie steckt das wohl noch in mir drin. *seufz*

und daher hat mich die sorge und das mitgefühl meiner kollegen und kolleginnen unendlich gerührt... und ich hab mir vorgenommen, ein bisschen mehr für mich zu "sorgen". weil ich weiß, dass da leute um mich herum sind, die von mir nicht erwarten, dass ich "business as usual" mache, auch, wenn es mir schlecht geht. oder die nicht genervt sind, wenn ich sage, dass ich nicht "funktioniere". 

schön, dass es sie gibt... :)

Freitag, 6. Juli 2012

freitags-füller no. 171...


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1. so ein sommerregen lässt es unglaublich gut riechen .
2. gott sei dank hab ich selten mückenstiche.
3. manchmal mag ich sogar stress und hektik.
4. diese hitze macht müde.
5. ein schönes plätzchen für die mittagspause hab ich nicht, aber mir reicht unsere unruhige stationsküche.
6. diesen schönheitswahn, den unsere medien ununterbrochen verbreiten, halte ich für übertrieben.
7. was das wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf mein buch, morgen habe ich einen stadtbummel geplant und sonntag möchte ich mal sehen, wie die dentistenfamilie ihren urlaub überstanden hat!


Dienstag, 3. Juli 2012

ich bin total verdorben...

... durch meinen job. mein erstgeborener hasst es mittlerweile, mit mir fernsehen zu schauen. sobald irgendwelche szenen im krankenhaus spielen, wartet er nur darauf, dass ich sage: "völlig unrealistisch!!". früher habe ich alle krankenhausserien quasi verschlungen - heute achte ich nur noch auf die nebenhandlung, die völlig frei von medizinischen details ist. das rettet mir den spaß an der sache...

denn sobald ich langhaarige ärztinnen sehe, die mit baumelndem schmuck, fliegenden strähnen, lackierten fingernägeln ohne handschuhe an und in patienten herumwerkeln, kriege ich sofort die motten. das widerspricht allen hygieneverordnungen, was die da machen... nagellack ist pfuibäbä in kliniken. lange fingernägel erst recht... 

und die sehen immer aus wie aus dem ei gepellt. keiner sieht fertig aus, müde, vollgespuckt, angesabbert, blutbefleckt oder auch nur verschwitzt... hat schon mal einer drauf geachtet, was diese ärzte in den serien machen, sobald sie einen patienten sehen?? sie stürzen sich drauf, fassen den an, schneiden den auf... und das ganze, ohne sich auch nur einmal einem desinfektionsmittelspender zu nähern!! man sieht nie, außer in den op-vorbereitungen, dass sie sich die hände waschen und entkeimen...

und die patienten erst!! die liegen immer perfekt geschminkt auf ihren siechenlager, können nach reanimationen sofort philosophisches wortgut absondern, riechen auch nach monaten tiefsten komas nicht aus dem mund - nein, sie küssen auch sofort!! außerdem stehen sie auf und laufen rum, obwohl sie vorher wochenlang auf's krankenbett gestreckt waren (wo ihnen offensichtlich täglich jemand die haare gewaschen, gelegt, gefönt und fixiert hat). todkranke herzpatienten werden vor's haus gefahren, um den schnee zu betrachten - bei uns kriegen die nicht mal ein fenster geöffnet, sauerstoff gibt's nur per maske oder schlauch und kein mensch würde auch nur dran denken, die vom monitor zu nehmen... tracheotomierte menschen quatschen, bis der arzt kommt. und das, während fleißig die beatmungsmaschine luft in sie reinpustet... das geht überhaupt nicht. die leute müssen auch nie auf die bettpfanne. auch sieht man nie, wieviel zeit die pflegekräfte auf's lagern, betten, waschen oder sonstige notwendige verrichtungen verwenden. man sieht weder einen sammelbehälter für urin am bett, noch einen beutel für fäkalien irgendwo hängen...

wahrscheinlich würde sich das auch kein mensch mehr anschauen, wenn krankenhäuser realistisch dargestellt würden. und der alltag wäre viel zu langweilig für die breite masse... selbst das sterben wird in keimfreiheit und mit sinn für ästhetik und respektvoller würde zelebriert.das sieht natürlich für den zuschauer beruhigend aus. und außerdem denke ich, möchte sich jede/r die illusion erhalten, dass sie/er selbst auch mal strahlend schön bis zum letzten atemzug in einem blütenweißen bett liegt, würdig bis zum schluss ein bild des friedens darstellt, während die familien friedlich und mit gebührender anteilnahme am und im bett die letzten minuten mit dem verscheidenden verleben...

naja, vielleicht bin ich auch einfach nur zu anspruchsvoll geworden. oder zu sehr auf dem boden der tatsachen...

ich schau den kram trotzdem noch. und ich bemühe mich, meinen mitzuschauern nicht allzu sehr den spaß daran zu verderben... :)


Sonntag, 1. Juli 2012

infernal - greg iles...

"infernal" ist ein atemloser thriller, der nicht nur durch seinen ungewöhnlichen plot fasziniert.

so steht es im klappentext. und das ist richtig. der thriller von 2001 spielt hauptsächlich in new orleans. dort werden seit 2 jahren immer wieder frauen entführt und verschwinden. auch die eineiige zwillingsschwester von jordan glass, einer fotojournalistin, die sich als fotografin in krisengebieten und an kriegsschauplätzen einen namen gemacht hat. hiermit tritt sie in die fußstapfen ihres verschollenen vaters. sowohl seinen verlust, als auch den der schwester verkraftet jordan nicht, sie kann nicht an beider tod glauben und gibt nicht auf, immer wieder nach ihnen zu suchen. 

als sie eine gemäldeausstellung besucht, blickt sie beim betrachten eines gemäldes aus der reihe "schlafender frauen" in ihr eigenes gesicht. es ist zweifellos ihre schwester, die da schlafend oder gar tot abgebildet ist. als sich jordan ans FBI wendet, tritt sie eine lawine los. der besuch beim verkäufer der gemäldereihe endet für sie fast tödlich, und vom moment an, als sie, gemeinsam mit dem special agent kaiser, der spur folgt, nehmen die gefahrensituationen kein ende.

ich will jetzt hier nicht zuviel erzählen, aber ich habe das buch fast in einem rutsch durchgelesen, weil die immer wieder unerwarteten wendungen ständig dazu auffordern, die handlung weiter zu verfolgen. die hintergründe erscheinen gut recherchiert, die charaktere sind interessant herausgearbeitet. manches ist meines erachtens ein bisschen unrealistisch - so glaube ich kaum, dass sich eine behörde wie das FBI dazu breitschlagen lassen würde, eine "laiin" (doooch, so heißt das korrekt!!) eigenständig gespräche mit verdächtigen führen zu lassen. oder dass ein mann mit einem beindurchschuss noch am gleichen tag einen beischlaf vollziehen kann. :))

aber all das stört nicht wirklich den lesefluss. manchmal möchte man regelrecht ins buch schlüpfen und jordan warnen.das ende ist nicht vorhersehbar, wenn auch der aufmerksame leser im nachhinein sagt: "oooch... das hätte man sich ja jetzt doch denken können!!" 

aber... - lest selbst.