Freitag, 31. August 2012

iiiihh.... bist du eklig, mama!! ...

die diskussion auf der hausfrauenseite über die badebekleidungsgewohnheiten der heutigen jugend lässt mich das gespräch rekapitulieren, welches ich vor kurzem mit pauline und janis geführt habe.

situation: temperaturen über 35 grad im schatten. kurzstunden. fahrzeit ins genannte schwimmbad etwa eine stunde. fahrzeit zum nächstgelegenen baggerweiher etwa 5 minuten.

"mama, ich fahre nach der schule direkt ins salinarium nach bad dürkheim..."
"wieso das denn?? fahrt doch an die "große blies".
"iiiih, mama, das ist doch eklig in so 'nem see."
"hä?? was ist daran eklig?? ich geh doch lieber in einen see oder weiher, als in ein völlig verchlortes schwimmbad!!"
"ääh, nein, da sind fische drin."
"ja, das ist doch an sich schon mal ein gutes zeichen, wenn da fische drin leben. in einem schwimmbad wär ich mir da nicht so sicher..."
"mama, nein, das ist eklig. da kann man nicht tauchen und nix..."
"da kann man nicht tauchen?? wieso nicht?? da kann man sehr wohl tauchen. ich kenne leute, die in seen tauchen."
"ja, so richtig. nein, ich meine, so ein bisschen, beim schwimmen... das ist eklig!!"
"tut mir leid, kind, aber du hast einen schaden. wir sind früher noch am abend kurz an den weiher gefahren und haben nackt gebadet."
"ÖÖÖRGS!! NACKT!! DU...????!!!!!"
"ja. was sollte den schon dabei sein?? ich war jung. und damals definitiv recht attraktiv. besonders nackt. höhö..."
"IIIIiiihhhh.... hör auf!! das ist ja eklig. DU bist eklig, mama!!"

mittlerweile gesellt sich das jüngste kind zu ihrem von ekelgefühlen geschüttelten bruder und stellt hochnotpeinliche fragen.

"mama, ihr habt euch doch früher nicht rasiert, oder??"
"nein, hat keiner gemacht. warum auch??"
"iiiih... ich find das eklig, wenn alle so mit einem riesenbusch rumrennen..."
"wenn alle so rumrennen, fällt eher der auf, der keinen hat." *kicher*
"IIIIiiih... MAMA!!"
"ach, ihr spinnt doch alle beide!! ich würde heute noch, wenn ich nicht damit eine anzeige wegen erregung öffentlichen ärgernisses auslösen würde, nackig schwimmen gehen am see... es ist einfach ein herrliches gefühl, so ohne alles zu schwimmen..."
"MAMMMMA!!"
"ja, aber..."

"mama...??" der zweitgeborene, dem das gespräch langsam unangenehm wird, unterbricht mich in meinem schwelgen.
"ja...??"
"kannst du mir die kohle für den eintritt geben...??"
"würdet ihr an den weiher gehen..."
"MAMA!! wir gehen ins schwimmbad. alle gehen ins schwimmbad. keiner geht an den see. da gehen bloß alte leute hin. und hartz-4-empfänger."
"also...", ich bin empört. ich hasse es, wenn in solchen klischees gedacht wird. besonders, wenn dies in den köpfen meiner nachkommenschaft stattfindet.
"mama, diskutier nicht. bitte. krieg ich jetzt den eintritt, bitte??"

kurzfristig bin ich versucht, mein kind zu einem außenseiter zu stempeln und ihn zu einem seebesuch zwischen "alten leuten und hart-4-empfängern" zu zwingen. aber er liest meine gedanken und sagt, dass er dann nicht schwimmen gehen würde.

ich gebe ihm das eintrittsgeld. und seufze tief und laut. da habe ich noch einiges zu tun in sachen "erziehung". oder ich lass es so. :)

Sonntag, 26. August 2012

hurraaa!!! ...

ich höre wieder relativ rauschfrei. meine ohren haben beschlossen, die nebengeräusche, die seit meines etwas zu langen aufenthalts im 2m-umkreis der bassbox beim auftritt von "grand malör" auf der mutterstadter kerwe, wieder rauszufiltern. und jaaaa.... ich weiß, ich weiß... das ist nicht gesund, meinen kindern würde ich davon abraten und ich werde auch nur unter zwang zugeben, dass ich meine gesundheit derartig gefährde. 

aber, wie heißt es so schön: klug war's nicht, aber geil war's!! :D 

"grand malör" hat mir natürlich supergut gefallen. und wenn ich auch noch vor nicht allzu langer zeit mit rücksicht auf meinen mittlerweile einige jahre zurückliegenden hörsturz aufenthaltsorte in der nähe der bühne bei konzerten gemieden habe, war es mir gestern nicht möglich, mich allein in eine gehörkonservierende ecke zu stellen. 

doof bin ich im übrigen auch: als ich bei "tage wie diese" meinen zweitgeborenen anrufen wollte (um ihm die gröhlende masse vorzuführen und damit den spaß, den er verpasst hatte), der es vorgezogen hatte, eine konfrontation mit seiner mom auf der kerwe zu vermeiden, indem er mit seinem freund lieber plan- und sinnlos durch die stadt wanderte, um lange vor mir wieder zu hause aufzuschlagen, fiel mir auf, dass mein handy sich verabschiedet hatte. nix ging mehr... das display glomm noch ein bisschen, aber auch auf den versuch, das mobiltelefon schlichtweg einfach auszuschalten, reagierte es mit ignoranz.

also: mitten in der menschenmenge das ding auseinandergebaut, den akku rausgeholt und wieder eingesetzt, dabei versucht, die wogende, schorlegläser schwenkende menschenmenge daran zu hindern, mich ebenfalls ins schwanken zu bringen und gewartet, bis das display anzeigt, ich solle meinen pin eingeben.

jetzt kommt's. ich gab drei verdammte male einen falschen pin ein. drei mal. und bei jedem mal war ich überzeugt, dass ich ganz hundertprozentig sicher die richtige zahlenkombination eingetippt hatte. meine verzweiflung war grenzenlos, als mir mein rotes sony ericsson mitteilte, dass es nur noch gewillt war, mich mit der außenwelt zu verbinden, wenn ich einen "puk" eingab.

was bitte, ist ein "puk"?? meine liebe kollegin simone, der ich meinen kummer mitteilte, rollte die augen und erzählte mir, dass ich den "puk" bestimmt finden würde... ich schwitzte. und das nicht nur aufgrund der beengten situation im festzelt. nämlich ob der möglichkeit, dass sich die "puk" nirgendwo mehr finden lassen würde... 

wie glücklich und überaus beruhigt war ich letztlich, als mir auffiel, dass sich unter meinem pin tatsächlich auf dem schreiben von o2 eine mehrstellige nummer befand, die ich bislang überhaupt nicht beachtet hatte. :)

jedenfalls hab ich jetzt einen pin, den ich nicht vergesse oder falsch eingebe. hoffe ich, jedenfalls...

und beim nächsten mal "grand malör" nehm ich die brut einfach mit, anstatt sie anrufen zu wollen. auch, wenn ihnen das gemeinsame auftreten ja offensichtlich mehr als peinlich ist. erklär mir einer mal die pubertistenpsyche... *koppschüttel*


Freitag, 24. August 2012

zuckersüße todsünden - janet evanovich


nachdem ich die reihe um stephanie plum, der kopfgeldjägerin mit dem spannenden sex- und dem chaotischen alltagsleben auch nach band 15 (oder 16... 17??) megaunterhaltsam finde, habe ich mir auch das erste buch gekauft, das von lizzy tucker, der begnadeten cupcake-bäckerin handelt. sie arbeitet in "dazzle's bakery", wo eines aufregenden tages sowohl wulf (der "böse" in der geschichte), als auch diesel auftauchen. diesel kennt der geneigte leser schon aus den sonderbänden mit stephanie plum. der klasse aussehende diesel kann jedes schloss öffnen, und das ohne werkzeug. einfach so... er hat eben ein paar übersinnliche kräfte. 

die hat lizzy auch, behauptet er. was lizzy beunruhigend findet. zusammen machen sie sich auf, den stein der völlerei zu finden, bevor wulf diesen in die hände bekommt und damit böses treibt. wie immer bei janet evanovich passieren unglaubliche dinge, und das nicht nur den hauptakteuren. beispielsweise wird die besitzerin des ersten teils des steins mit einer unverständlichen sprache geschlagen durch einen zauberspruch, den lizzies kollegin benutzt. ein besen fliegt umher. ein haus fliegt in die luft...

mit von der partie sind das einäugige katerchen, der in seinem früheren leben ein ninja war und der stinkefingerzeigende affe carl. 

ich hab das buch in einem tag verputzt. es ist kurzweilig und witzig und macht spaß. einige szenen sind so abstrus und durchgeknallt, dass es gefährlich ist, diese in der bahn zu lesen. es könnte passieren, dass man in erklärungsnöte gerät wegen des lachkrampfs. :)



"Ich bin immer für einen Cupcake zu haben", meinte Diesel.
   Er bog um die nächste Kurve, und der Besen schlitterte über Glo hinweg und traf Carl, bevor Glo ihn packen konnte und wieder zurückstellen konnte.
   "IIIhp!", beklagte sich Carl. Und drückte auf seine Dose mit dem Sprühkäse. Der Käse traf den Besen in der Mitte und klebte an ihm wie Rotz. Carl schoss eine weitere Ladung hinterher, verfehlte den Besen und traf stattdessen die Fensterscheibe. 
   "Lass das!", befahl Diesel Calr. 
   Carl zeigte Diesel den Stinkefinger und sprühte Käse auf Diesels Hinterkopf und auf das Armaturenbrett. Käsefäden zogen sich durch den gesamten Wagen. Carl war nicht mehr zu bremsen und drückte wie ein Irrer auf den Sprühknopf. Käse verfing sich in meinem Haar und blieb an meinem tropfnassen Verband kleben.
   Diesel blieb am Straßenrand stehen, stieg aus dem Wagen, zog Carl aus dseinem Kindersitz, setzte ihn auf den Dachgepäckträger und setzte sich wieder hinter das Lenkrad.
   "Oh, Gott", stieß ich hervor. "Du kannst ihn nicht dort oben sitzen lassen. Es wird ihn wegblasen."
   "Ich werde langsam fahren", entgegnete Diesel. "Nicht schneller als achtzig."
   Zwei Blocks weiter waren wir an der Bäckerei angelangt. Wir sprangen alle aus dem Auto und sahen zu Carl nach oben. Er war klatschnass und hielt sich mit Pfoten und Schwanz an dem Gepäckträger fest. Er setzte sich auf und zeigte Diesel den Stinkefinger.



 

Mittwoch, 22. August 2012

eine bahnfahrt, die ist lustig, eine bahnfahrt, die ist schön...

die fahrt nach berlin war nicht besonders aufregend. ich hatte einen tollen platz, nette, gesprächige sitznachbarn, die klimaanlage funktionierte einwandfrei und die zeit in der bahn raffte sich wirklich zu minimalster "belastung" zusammen. belastung deshalb, weil ich es ja kaum erwarten konnte, meine siri wieder feste drücken zu können. :)

die heimfahrt war von anderer natur. mein sitzplatz war die nr. 13 in wagen eins. (warum auch immer... ich stand auf dem bahnsteig auf der falschen stelle, nämlich vor wagen 10. gott sei dank bin ich sprinttechnisch mit koffer legendär gut... *hust*, was bedeutete, dass ich mich außerhalb des zuges noch bis wagen 3 vorarbeiten musste, bis die durchsage ertönte, dass die fahrgäste nun bitte schön einzusteigen hätten. ein weiterer vorteil: der zug startete vom ostbahnhof aus, sprich: er war noch ziemlich leer und der weg durch die letzten beiden wägen war leer und unbehindert.) da es keine einstelligen plätze gibt, fand ich mich in der letzten reihe des wagens 1 wieder. hinter mir war nur noch die tür zum zugende. diese tür hat, wie immer im ICE, einen bewegungssensor, welcher reagiert, wenn sich etwas zwischen den beiden letzten sitzreihen tummelt. das heißt: stillsitzen. jedes gezappel auf den gangplätzen hat zur folge, dass die tür dahinter aufgeht und - bei der wetterlage, die gestern herrschte, die wundervoll kühle klimaanlagengekühlte luft durch einen schwall heiße luft ausgetauscht wird. genau neben mir. 

ich kann stillsitzen. und ich bin klein. die sensoren hatten mich nicht im blickfeld. dafür den herrn, der auf der anderen seite vom gang saß... 

er war groß. sehr groß. und er zappelte. stand ständig auf und setzte sich wieder. zog seine schuhe aus. stapfte sockig im gang herum, weil ihn der knappe sitzabstand in eine ungesunde haltung zwang. ich hatte verständnis. am anfang. aber beim fünften schwall warmer luft durch die wagentür war ich dann doch ungeduldig und wünschte mir, der herr möge seinen platz einnehmen, seine langen unbeschuhten beine schräg in den gang hineinragen lassen und in einen stundenlangen schlaf fallen. er tat es nicht. bis auf eine ruhephase von etwa einer stunde öffnete sich die tür hinter mir etwa im viertelstundentakt. 

ich las... und die zeit wollte nicht vergehen.

kurzfristig flammte mein rebellisches wesen auf, als eine junge frau ihren reservierten platz beanspruchte, für den sie geld bezahlt hatte und der in besitz genommen worden war von einem ganz besonders freundlichen "prince charming". sie erklärte, dass sie schon hätte in hildesheim ihren platz einnehmen sollen, aber besondere umstände sie in göttingen haben erst zusteigen lassen. der herr, der mittlerweile ihren sitz okkupierte, weigerte sich, diesen wieder an sie abzutreten. schließlich seien mehr als 15 min. vergangen, seit in hildesheim ihre reservierung zu laufen begann. sie möge sich an den zugchef wenden. sprach's, und ignorierte fortan die empörung der jungen dame.

gerade, als unmut aufkommen wollte, meldete sich ein netter älterer herr, der seinen platz abtrat. er steige eh demnächst aus... die situation war gerettet, "prince charming" vor dem öffentlichen hinrichtungstod bewahrt und die dame hatte einen sitzplatz. 

den rest der fahrt dämmerte ich zwischen "house of god", mordphantasien mit türsensorbetätigern in der hauptrolle und halbstündlichen fahrkartenkontrollen hin und her...

... um dann endlich, endlich in mannheim anzukommen.

ich liebe bahnfahrten. gebt mir mehr davon... :D

Dienstag, 21. August 2012

wär ich doch in düssel... ääh... berlin geblieben!!...

ich schwitze. als ich aus dem zug stieg in mannheim, wäre ich gerne wieder gen berlin entfleucht... soooo heiß!!!  ÖRGSEN!! dann komm ich nach hause. die burg: heiß. ungelüftet. unaufgeräumt. zeugnisse einer "pubertistenzusammenkunft". getränkevorrat auf null. im bad kein handtuch mehr, dafür diverse "lagen" wäsche auf dem fußboden.

ein sohn erscheint überhaupt nicht zur begrüßung, sondern pflegt sein schlechtes gewissen. das weibliche kind stürzt sich auf meinen koffer, zerrt das mitbringsel hervor, meckert daran herum und beschwert sich, dass mutti nicht genügend "wiedersehensfreude" signalisiert. (klar, mutti kämpft mit den mordgelüsten. es ist nur nicht ganz raus, welches kind zuerst von muttis hand stirbt.)

der zweitgeborene erklärt mir dann in seiner unnachahmlich vernunftbegabten weise, dass die getränke schon seit sonntag vormittag aus seien. und man auf meine rückkehr warten wolle, denn "du gehst doch sowieso einkaufen morgen, oder??". 

sagt mir einen vernünftigen grund, warum ich wieder zurückgekehrt bin... bitte...  mir fällt grad mal keiner ein.

und hört mir bloooß auf mit "mutterliebe". die ist grad bis zur unkenntlichkeit zusammengeschmolzen. grrr...

Freitag, 17. August 2012

fruchtwasser, ...

meine lieben schwangeren, fruchtwasser verliert man nicht über den bauchnabel. 

als ich heute bei "deixxmann" zwei paar (natürlich reduzierte!!) schuhe kaufte, unterhielten sich die beiden verkäuferinnen gerade darüber, ob es wohl auf eine schwere krankheit hindeutet, wenn der hervorstehende bauchnabel einer schwangeren frau rot ist und nässt. oder ob da möglicherweise fruchtwasser austritt...

unglaublich, oder?? 



socken...

... für 50 eurosen hab ich heute gekauft. nein!! nicht nur ein einziges paar... :D 

ich hab mal wieder bei "cheap & awful" beim sagenhaften sockensale zugeschlagen. in der hoffnung, dass diesmal meine kinder es nicht schaffen, von sämtlichen sockenpaaren einen zu verschlampern, zu verfärben (weil man einen weißen socken in der schwarzen jeans stecken lässt), zu zerlöchern (fragt nicht!! ich sag nur zehennägel, die zu tödlichen waffen wurden...) oder wegzuschmeißen ("ich hab einen unter dem bett gefunden, mama, der war sooo staubig - den hab ich entsorgt!!").

da ich mittlerweile über einen (großen) wäschekorb VOLLER einzelner socken verfüge, in dem ich nach herzenslust wühlen und "puzzeln" kann, aber nicht wirklich immer zeit und lust auf diese beschäftigung habe, verdränge ich die tatsache, dass sich irgendwo in den winkeln und ecken, den nischen und fluren unserer wohnhöhle ca. 2.859 einzelne socken kauern und darauf warten, gepaart zu werden. oder eben stolz ein leben in einsamkeit und souveränität wählen. 

ich habe jetzt für jeden mitbewohner mehrere funkelnagelneue sockencouples. und meine werde ich eifersüchtig hüten, sie in eine zweisamkeit zwingen und dafür sorgen, dass sie, bis dass der tod sie scheidet, in meinem besitz bleiben.

ich darf sie nur nicht meiner tochter überlassen. :D


Sonntag, 12. August 2012

das geheimnis des kalligraphen - rafik schami

gestern hab ich dieses buch bei den hausfrauen in einem thread unter dem titel: das beste buch, das ich in letzter zeit gelesen habe, erwähnt. 

vor einigen jahren (es muss noch zu der zeit gewesen sein, als mein vater lebte, denn ich hab ihm gesagt, dass ich dieses buch gerne lesen würde...) war im "stern" eine rezension über "das geheimnis des kalligraphen" zu lesen gewesen, und auch an ein interview mit dem autor kann ich mich erinnern. das augenzwinkern, mit dem rafik schami die welt mit all ihren besonderheiten, aber auch widrigkeiten, sieht, tritt sogar zu tage, wenn man ÜBER ihn liest. nicht nur, wenn man etwas VON ihm liest.

nun gut, kommen wir zu dem buch...

rafik schami beginnt mittendrin in einer geschichte: die frau des kalligraphen hat ihn verlassen. gerüchte ziehen um die häuser und mache spinnen sich zu langen erzählungen. also greift der auto einige der fäden auf, und der leser erfährt zuerst diese geschichte, dann jene, dann wieder eine andere... im stil der traditionellen orientalischen geschichtenerzähler kommt schami von "hölzchen auf stöckchen", verspinnt die einzelnen erzählstränge, lässt den einen oder anderen etwas am rande hängen, um ihn dann später wieder aufzunehmen, so lange, bis am ende "das geheimnis des kalligrafen" deutlich vor dem auge des lesers erscheint. 

die geschichten spielen in den fünfziger jahren in damaskus. man lernt so viel über das leben in dieser früher blühenden metropole, über die syrische mentalität, über die eigenarten des umgangs der menschen, die unterschiedlichen glaubensrichtungen angehörten und auch darüber, dass es offensichtlich möglich war und auch in der zukunft sein sollte... gerade heute, wo täglich grauenvolle nachrichten aus syrien die welt schockieren, empfinde ich es als umso wichtiger, die menschen zu unterstützen, die daran arbeiten, bei uns einen faszinierten und wohlwollenden blick in den nahen osten hervorzurufen. einer davon ist rafik schami.

ich habe mir die ebook-version in der stadtbibliothek geliehen und war, obwohl ich eigentlich nur in der straßenbahn und im bus lese,  innerhalb einer woche fertig. und weil's so schön war, habe ich mir gleich noch ein weiteres buch über booklooker gekauft: "eine deutsche leidenschaft namens nudelsalat" und andere geschichten...




Samstag, 11. August 2012

gute und schlechte vorleser...

nicht jeder autor ist auch ein guter vorleser. selbst, wenn man sich spannende, unterhaltsame oder urkomische geschichten ausdenken kann, heißt das noch lange nicht, dass sich diese auch vorgelesen gut anhören... 

ich habe da mehrere beispiele. jan weiler zum beispiel. sein "maria, ihm schmeckt's nicht" fand ich als buch schreiend komisch. als hörbuch schlief ich regelmäßig ein... der mann hat eine stimme, die lässt mich gähnen. 

auch ildikó von kürthy hat ihre talente eher im schriftstellerischen bereich. das lesen ihrer eigenen werke sollte sie lassen. der ganze witz verliert sich in der wenig inspirierten und inspirierenden art und weise, wie sie liest.

ganz katastrophal wird es bei hatice akyün... sind die stories der in deutschland lebenden türkin herzerfrischend und originell, ist die hörbuchversion ein graus für die ohren. bei ihrem "einmal hans mit scharfer soße" hatte ich mir immer wieder den wunsch, abzuschalten und mir das buch zu besorgen.

wer berät diese leute?? das kann doch nicht sein, dass sie das nicht selbst merken, dass sich der zauber einer lesung nur entfaltet, wenn der vorleser es schafft, die worte so über die zunge rollen zu lassen, dass sich ein bild im hirn formt, dass die figuren "leben annehmen" in meiner fantasie.

gruselig, wenn sie das nicht tun. und ärgerlich, wenn  man womöglich geld ausgegeben hat dafür... (was ich nicht tat - die meisten hörbücher, die ich höre, stammen aus der bibliothek.)

 

schneller als der tod - josh bazell (hörbuch)

wenn ihr euch ein exzellent gelesenes hörbuch anschaffen wollt, bei dem ihr ständig zwischen lautem lachen und gebannter spannung hin und her gezogen werden wollt, dann kauft euch dieses. 

christoph maria herbst finde ich ja schon als schauspieler schlichtweg fantastisch, aber ich LIEBE ihn als "vorleser". da hat man wirklich den richtigen mann für's richtige buch gefunden.

die geschichte ist spannend, witzig, interessant und ein bisschen strange. der mafiakiller pietro brwna wird im rahmen eines zeugenschutzprogramms assistenzarzt dr. peter brown. wie das passiert, wird in vielen rückblenden erzählt. kaum hat man sich in diese episode so richtig "reingehört" und lechzt nach weiterführenden informationen, springt man wieder in die gegenwart und in das kleine, unbedeutende problem des protagonisten: einer seiner ehemaligen mafiakontakte hat ihn erkannt und mit seinen erzfeinden telefoniert... allerdings ist aus dem kaltblütigen killer ein verantwortungsbewusster heiler geworden, der dieser situation nicht einfach entfliehen kann und möchte...

wer wie ich einen etwas morbiden humor hat, wird seine helle freude haben. :)

 

Sonntag, 5. August 2012

entdeckungen...

ich weiß, ich weiß... derzeit ist es trend, alles aufzuräumen-sauberzumachen-wegzuschmeißen. überall blogs, die sich nur mit diesem thema beschäftigen und auf denen man seitenlange stolze beschreibungen liest, dass sich da jemand von tante margots ollen kerzenständern befreit hat, das badezimmer endlich nur noch in grün und weiß bestückt hält, weil alles, was nicht grün und/oder weiß ist, auf die müllhalde wanderte, die steuererklärungen der letzten drei jahre erledigt hat und dabei ein vergessenes sparbuch aus dem jahr 1598 vonne omma gefunden hat, auf dem 3,78 millionen zinsen dümpelten. 

ich hab ja null geschick für sowas. ich finde nur klebrige bonbonpapiere unterm sofa, deren farbreste ich nie mehr vom pvc-boden wegkriege, cds, für die ich mich auch schämen müsste, wenn sie nicht zerkratzt und hüllenlos zwischen meinen büchern stecken würden (ich habe kürzlich eine kopierte roger cicero-cd entdeckt!! ich behaupte, dass diese mir in der böswilligen absicht, mögliche verehrer zu vergraulen, von meinem ex-gatten in den umzugskarton geworfen wurde...), oder dekoartikel, die auch schon krätzehässlich waren, bevor sie eine zentimeterdicke staubschicht krönte.

nun hat mir aber mein töchterlein unter androhung der höchststrafe (pubertäres zickenverhalten für die nächsten 100 jahre) die aufgabe auferlegt, meinen kleiderschrank auszumisten. also habe ich jetzt brav den sonntag genutzt, um das oberste fach auszuräumen und gleich mal 4 hosen der altkleidersammlung zuzuführen. obwohl ich ja bezweifle, dass an diesen alten kleidern noch mal irgendjemand spaß hat, denn sie stammen aus dem jahre 1999, wenn ich mich richtig erinnere. vielleicht könnte ich sie ja einem naturkundemuseum andrehen...??!!

dann fand ich die graue baumwollhose, die ich mir einstmals bestellt hatte, um sie während meiner schwangerschaft mit janis in den ersten monaten zu tragen. mit bequemem gummibund. leider war ich bei eintreffen der hose schon viel zu "schwanger", um sie zu tragen. außerdem fand ich sie damals zu kurz. sie wanderte von umzug zu umzug ganz oben hinten im schrankfach für modemäßige entgleisungen. heute fiel mir das teil wieder in die hände, ich schlüpfte hinein und fand sie - wunderbar komfortabel. die länge ist perfekt, um sie ohne socken zu leinenschuhen zu tragen. ich bin begeistert...

leider hat mich jetzt der elan verlassen, denn bei der momentanen hitze ist dieses an- und ausziehen sehr anstrengend...

aber es ist ja noch früh am tag. nachher kommt das zweitoberste fach dran. irgendwo muss doch noch diese bunte bluse sein, die ich mir 1993 für den urlaub auf kreta gekauft habe. wenn ich mich recht erinnere, war sie ideal für dieses wetter... :D