Samstag, 25. Mai 2013

sebastian fitzek - der seelenbrecher...



ein psychopath treibt sein unwesen in berlin. mehrere junge frauen werden in einem zustand aufgefunden, die darauf hinweisen, dass sie schlimmste folterqualen erleiden mussten, obwohl sie körperlich unversehrt scheinen. es ist nicht mehr möglich für sie, zu kommunizieren, sie sind völlig in sich zurückgezogen, in einer art wachkoma, gezwungen, irgendeine unergründliche qual tief in ihrem innern immer wieder zu erleben. man nennt den unbekannten täter den "seelenbrecher". 

"caspar" lebt nach einem schrecklichen unfall in einer psychiatrischen klinik in einer entlegenen gegend bei berlin. er hat sein gedächtnis verloren, sprich: alles, was seine person betrifft, hat er vergessen. bis er plötzlich einzelne bilder wieder sieht, die ihm sagen, dass er offenbar eine tochter hat, die ihn erwartet und die in einer verzweifelten lage ist. als er die klinik fluchtartig verlassen möchte, um diesen erinnerungsfetzen auf den grund zu gehen, kollidiert in einem furchtbaren schneesturm ein krankenwagen mit der stromversorgungseinrichtung der klinik. es gibt keine möglichkeit mehr, das kommunikationsnetz aufrechtzuerhalten und man entschließt sich, den fahrer und den transportierten patienten, der sich selbst  mit einem skalpell in den hals gestochen hat, in der klinik aufzunehmen. 

die junge ärztin sophia wird kurze zeit später ebenfalls im wachkoma vorgefunden, der patient hatte sie augenscheinlich überwältigt und ist vor der entdeckung aus dem zimmer geflüchtet. die klinikleitung entschließt sich, das schott herunterzulassen und die klinik hermetisch zu schließen. es beginnt eine spannende verfolgungsjagd in der dunklen villa, in der nach und nach bewohner verschwinden und zu schaden kommen. "caspar" erinnert sich an immer mehr details aus seinem leben und den umständen seines unfalls und versucht, den "seelenbrecher" daran zu hindern, sein werk an sophia zu vollenden.

dabei entsteht ein verwirrspiel in einer angsteinflößenden umgebung. der zeitdruck, unter denen die bewohner der klinik stehen, bis hilfe eintrifft, ist fast körperlich spürbar. wie bei guten horrorfilmen sitzt man ständig auf glühenden kohlen und spricht mantramäßig vor sich hin: "nein... nicht alleine dorthin gehen... nein.... vertrau doch DEM nicht...!!".

ich war sehr, sehr froh, dass ich am letzten wochenende nicht allein zu hause war, denn dann hätte ich das buch sicher nicht fertiggelesen, sondern gewartet, bis meine kinder wieder alle da sind. ;) 

für alle, die spaß an gruseligem psychokram haben... 


Mittwoch, 15. Mai 2013

wie angelina jolie meinen diskussionsbedarf erheblich erhöhte...

gestern ging durch die medien, dass sich angelina jolie vorsorglich hat die brüste wegschneiden lassen. weil sie ein rechnerisches risiko von 87% hätte, an brustkrebs zu erkranken, verursacht durch die gene BRCA1 und BRCA2. 

in dem beitrag im fernsehen wurde diese entscheidung hochgelobt und frau jolie als außerordentlich mutig bezeichnet. stundenlang gibt es debatten mit diversen fachleuten, die alle ihren senf dazu abgeben, es werden tausende frauen interviewt, die sich kaum trauen, etwas anderes als ein hoch auf angelina hinauszutrompeten.

dabei führt meines erachtens die diskussion, angestoßen durch diese meldung, in die völlig falsche richtung. das augenmerk sollte nicht darauf liegen, dass man heutzutage prima den risikobereich brust komplett entfernen und durch silikon ersetzen kann (sieht unter umständen ja sogar besser aus...?!), um der natur ein schnippchen zu schlagen. aber so funktioniert das nicht. 

die meldung, dass anastacia 10 jahre nach ihrer ersten brustkrebserkrankung nun zum zweiten mal von diesem schicksalsschlag getroffen wurde, ging völlig unter. mit der krankheit fängt man kein interesse ein. man sollte doch denken, dass promis wie kylie minogue, silvie van der vaart und miriam pielau medienträchtig darauf aufmerksam machen können, wie wichtig es ist, zu vorsorgeuntersuchungen zu gehen. tun sie nicht. keiner fühlt sich durch medienpräsente schwerstkranke daran erinnert, dass es jeden treffen kann. als ich 2004 selbst erkrankte, hatte ich mühe, meine freundinnen dazu zu bewegen, ihren gynäkologen aufzusuchen. der gängigste satz lautete: "wenn ich die scheiße haben sollte, will ich es gar nicht wissen...". na toll!! die gleichen frauen schreien jetzt laut hurra, weil sich angelina jolie die  möpse amputieren lässt. und das aufgrund einer zahl, die irgendeine statistik ausweist und dem trauma, die mutter durch krebs verloren zu haben. 

ich kann ja verstehen, wenn man versucht, risiken zu minimieren. aber anstatt diese risikominimierung in sachen ernährung, raucherentwöhnung, stärkung des körperbewusstseins und regelmäßiger (oder engmaschiger) vorsorge zu sehen, wird die variante "alles, was ärger macht, wird rausgeschmissen" propagiert und jetzt lautstark in allen medien herumgetrötet. was so eine operation für komplikationen mit sich bringen kann, geht völlig unter. dass brustimplantate kein adäquater ersatz sind für das original, wird leider schon länger falsch kommuniziert. aber wie kann es verkehrt sein, wenn doch in jedem privatsender ungeputzte, ungepflegte zähne vor einem millionenpublikum mit keramikfliesen verblendet, unschöne fettansammlungen abgesaugt und faltige bäuche mittels plastiken zu six-packs umgemodelt und mickrige minititten oder ausgelaugte schlauchmöpse mit riesigen silikonpolstern zu männerträumen umgestaltet werden...??!!

ich sage nicht, dass frauen, deren brustkrebsrisiko immens hoch ist, sich grundsätzlich gegen eine entfernung der brüste entscheiden sollten. dies ist immer das ergebnis sorgfältigen abwägens, eingehender fachlicher beratung und sollte nicht nur von den frauen selbst, sondern auch von ihren partnern, familien und ihrem umfeld mitgetragen werden. die last wiegt schwer, mit solch einem damoklesschwert zu leben...

aber angelina jolie jetzt zur gallionsfigur zu machen und ihre entscheidung zu verklären... finde ich falsch. 





lynsay sands - verliebt in einen vampir...

fragt nicht!!

ich war so begeistert von der "true blood"-serie von charlaine harris letztes jahr, dass ich einer neuen vampir-reihe eine chance geben wollte. da obiger band gerade verfügbar war, hab ich ihn mitgenommen. schon im bus, als ich das buch anfing zu lesen, bedauerte ich, dass ich nur dieses mitgenommen hatte und mich auf der dreiviertelstunde hin- und der dreiviertelstunde rückfahrt leider mit "verliebt in einen vampir" beschäftigen musste. 

wenn ich nicht lieber dem gedudel aus den in-ear-knöpfen meines jugendlichen nachbarn lauschen wollte... oder den diskussionen im hintergrund, ob michi süßer ist als björn und ob es thilo ernst meint mit der valle, wo er doch erst vor ein paar wochen so rüde schluss gemacht hat mit anna und diese sich jetzt aus frust in eine kurze liaison mit thorben gestürzt hat, weswegen sich isabell jetzt verkracht hat mit ihr und ihrer besten freundin nathalie...

neeee, wollte ich nicht. also tief durchatmen und lesen. schon nach kürzester zeit stellt man fest, dass alle vampire supergut aussehen und sehr klug sind. und dass es sich total lohnt, sich in einen verwandeln zu lassen, weil man orgasmen erlebt, die einen ohnmächtig zurück lassen. und man beim vampirsex total aufpassen muss, dass man dem männlichen vampir nicht in den schniepel beißt, weil der sonst stundenlang schwächlich dahinsiecht und die einzige kur dagegen große mengen blut aus der blutbank benötigt. dauernd dieses geschwafel von feuchtwarmen grotten und übergroßen männlichen geschlechtsteilen. blöderweise war es auch noch eng im bus und es ist dann schwierig, sich so zu positionieren, dass einem nicht einer über die schulter sieht und den mist mitliest. wie peinlich...

nicht empfehlenswert, lautet mein vernichtendes urteil. definitiv nicht empfehlenswert. 

Sonntag, 5. Mai 2013

ich hänge hinterher...

... wahrscheinlich hat es kein schwein gemerkt, aber ich habe meine "gelesen"-liste aktualisiert. durch den streik im öffentlichen nahverkehr bin ich häufiger mit dem auto gefahren, das senkt meine leseleistung merklich.

schon vor zwei wochen war ich mit "traumprinzen und wetterfrösche" von janet evanovich durch. allerdings habe ich über evanovich schon sooo viel geschrieben - es fällt mir nichts neues ein. diesel ist wieder eine der hauptfiguren, joe muss sich mit einem albtraumhaften verwandten in seinem haus rumschlagen, ranger stellt die autos... und stephanie löst auf altbewährte weise (mehr durch glück, zufall und ungewollte tollpatschigkeit, als durch köpfchen und professionalität) die fälle. wie immer, wenn diesel eine rolle in diesen romanen spielt, überschneiden sich die serien. evanovich möchte offenbar das augenmerk auch auf die neue lizzy-tucker-reihe (siehe "zuckersüße todsünden") lenken, denn auch der bösewicht wulf hat eine tragende rolle. insgesamt wieder ein reiner spaß...

desweiteren fand "auf der anderen seite ist das gras viel grüner" von kerstin gier einlass in mein lesestoff-stübchen. ihre heldin kati ist mit dem wunderbaren felix liiert, ein arzt aus leidenschaft. leider ist felix durch seine gutmütigkeit spielball seiner ex-freundin, seiner grauenvollen familie und seines durchtriebenen besten freundes. kati wird von all diesen personen herzlichst gehasst und leidet auch unter deren anfeindungen. bei einem seminar lernt sie mathias kennen, der ihr avancen macht. als sie diesen nachgibt und sich mit ihm auf einem bahnsteig trifft, verliert sie das gleichgewicht und stürzt vor die herannahende bahn...
... um exakt vor dem tag ihres kennenlernens sechs jahre zuvor wieder zu erwachen. mit dem wissen aus dem jahr 2011 lebt sie ihr leben noch einmal, um all ihre "fehler" auszumerzen. sie beschließt, auf felix fortan zu verzichten und mit mathias ein neues leben zu beginnen. dazu muss sie allerdings erst einmal verhindern, dass felix sie kennenlernt und es gilt, dafür zu sorgen, dass sie in mathias leben tritt. wie das leben aber so spielt, läuft nicht alles so, wie es laufen sollte...

die quintessenz ist die, dass selbst, wenn es möglich sein sollte, sein leben rückwärts zu spulen, man trotzdem bestimmte entscheidungen immer wieder so trifft, wie es die eigenen überzeugungen einem vorgeben. letztlich ist man ein produkt seiner erfahrungen, entwicklungen und nicht zuletzt seiner erziehung.

eine erhellende erkenntnis, auf die ich allerdings auch ohne das buch schon gekommen bin. ;)

dennoch ein witziges buch, so durch und durch kerstin gier. was den lesespaß angeht, bin ich von kerstin gier noch nie enttäuscht worden.