Montag, 22. Juli 2013

diese hitze...

... bringt mich um. das ist der nachteil, wenn man hier in der "deutschen toskana" wohnt. wobei ich ja die überzeugung pflege, dass das derzeitige wetter weniger toskanisch ist als einer windstillen, subtropischen innerländischen sumpflandschaft entstiegen gleicht... es geht kein lüftchen. gestern nacht beutelte mich eine magenverstimmung - ich wurde wach, war schweißgebadet und kämpfte mit dem inhalt meines oberen verdauungstraktes, der, aus welchen gründen auch immer, nicht den herkömmlichen weg wählen wollte, sondern einen rückfahrschein gelöst hatte. um ein wenig luft und kraft zu schöpfen, setzte ich mich auf den balkon. falsch gedacht. dort draußen war es weder kühler als hier drinnen, noch bewegte sich irgendein blättchen an irgendeinem baum. dort saß ich denn fast eine stunde lang, bis ich es wagte, mich wieder in die waagerechte zu bewegen. fertig, wie ich mich fühlte, war ich überzeugt, dass mich ein hörbuch sicher wieder in den schlaf bringen würde... die zweite fehldenke dieser nacht. knappe drei stunden später und um noch keine minute schlaf reicher rief ich im krankenhaus an, um mich krankzumelden. weitere 2 stunden später, als ich die sonne beim aufgehen beobachtete, musste ich endlich gähnen und konnte noch zwei stunden am kissen horchen.

ich bin normalerweise wie eine alte schlafpuppe: einmal horizontal gebettet, eine schöne stimme von einer cd, die mir eine geschichte vorliest, und ich schlafe innerhalb von 2 minuten ein. auch, wenn ich das eigentlich noch gar nicht will. oder wenn es nicht vernünftig ist (z.b. nachmittags auf der couch, wenn der kater press an mich gekuschelt daliegt und die sonne sich unbemerkt in direkte position zu meiner schlafgelegenheit schiebt. ich merke erst, dass das nicht klug ist, wenn ich aufwache und das gefühl habe, aus einem wechseljahresbedingten fieberwahn zu erwachen. )

nun hoffe ich ja, dass es langsam, aber sicher wieder ein kleines bisschen abkühlt. wenigstens soweit, dass man nachts schlafen kann. nicht so, wie das sonst hier meistens passiert: erst herrschen temperaturen von fast 40 grad im schatten und dann haut's hier während der gewitter alles so zusammen, dass kein blättchen mehr am baum hängt. 

derzeit beneide ich jeden, der nachts eine kräftige brise durch sein schlafzimmer ziehen lassen kann. hier geht nix. mal sehen, wie lange die hitzewelle anhält. 

in london soll es ja gewittert haben. zusammen mit dem vollmond hat das das königliche baby aus kates bauch gelockt. ein junge... mal sehen, wie er heißen soll. ich traue kate und william eigentlich schon eine vernünftige wahl zu, aber tradition ist tradition und am ende heißt das arme schnuckele dann "hippolyte" oder "hyacinth" oder sonstwas beklopptes. man weiß ja nie, was die hitze so mit einem armen schwangeren gehirn anrichtet. und der william sieht mir nicht so aus, als ob der sich gegen die frauen in seiner familie durchsetzt, der arme tropf... die lisbeth und die kate, die werden schon bestimmen, wie das baby heißt. ;) 

übrigens: gestern hab ich es durch meinen temperatur- und gesundheitsbedingten schlafausfall das ganze hörbuch "hannes" von rita falk genießen können. eine sehr anrührende geschichte, die auch noch toll vorgelesen wird. ganz im gegensatz zu dem vorherigen hörbuch "bastard" von patricia cornwell: megalangweilig, völlig verwirrend und von der story her dünn... nichts im vergleich zu cornwells früheren spannenden stories. nicht empfehlenswert. 



so, ich probier's mal wieder... gute nacht!! :)

Samstag, 13. Juli 2013

nikola hotel - fernsehköche küsst man nicht...

nachdem ich mir gestern die seele aus dem leib geheult habe bei "das schicksal ist ein mieser verräter", hatte ich das dringende bedürfnis nach etwas leichtem... halt stopp!! - nicht "seicht". ich meine "leicht".!!

und leicht liest sich nikolas roman... so leicht, dass ich nicht mehr aufhören konnte und mich köstlich amüsiert habe. wobei sich das "köstlich" nicht nur auf die witzige und schräge story bezieht, sondern auch auf das, was der fernsehkoch teilweise da produziert. ich als kochdummie würde gerne auch einen begnadeten kochartisten kennenlernen, der mich nicht nur nach allen regeln der kunst verführt, sondern auch noch mit leckerstem essen beglückt. aber jetzt mal der reihe nach:

josephine ist anästhesistin in einem kölner krankenhaus. für's fernsehen bleibt nicht viel zeit, weshalb sie den hinreißenden jungen mann, der sich von seinem appendix trennen muss, auch nicht kennt. bei diesem handelt es sich um raphael richter, einem umschwärmten fernsehkoch, dem die herzen aller frauen gerade so vor die füße geschleudert werden. umso peinlicher: josephine beschädigt einen seiner schneidezähne beim intubieren und stellt sich hinterher auch noch ziemlich doof an beim entschuldigen. nachdem ihr ein lapsus nach dem anderen im umgang mit dem schönen mann unterläuft, sinnt er auf ganz spezielle rache...

natürlich geht die geschichte gut aus. und bis man zum ende gelangt ist, hat man bauchschmerzen vor lachen. josephine ist manchmal derart unbeholfen, dass man schon die augen zusammenkneift und darauf wartet, dass das nächste chaos entsteht. gott sei dank stehen ihr ihre liebenswerte familie und ihre verschmitzte kollegin gaby immer gerne zur seite und die auflösung am ende des romans verschafft nicht nur ihr erleichterung... ;)

nachdem ich meiner schwester kürzlich den begriff "chick lit" erklären musste, habe ich jetzt wenigstens die möglichkeit, diesen roman genau einzuordnen. (ursel: "fernsehköche küsst man nicht" fällt definitiv in dieses genre!!) nikola hotel schreibt derart wortgewandt und farbenfreudig, dass es spaß macht, sich die handlung bildlich vorzustellen. die situationen, die sie beschreibt, sind offenkundig geprägt von ihren eigenen erfahrungen. josephines neffe severin MUSS quasi ähnlichkeit mit einem oder allen hotel-sprösslingen haben. nur, wer selbst kleine jungs  großgezogen hat, weiß, wie die ticken... 

und ja, auch bei uns im krankenhaus erscheinen die anästhesisten immer ein wenig "verpeilt". ob das an den narkosemitteln liegt... wer weiß??

wie das mit köchen ist... hmm... da muss ich erst mal sehen, dass ich einen kennenlerne. vorzugsweise gut aussehend und interessiert an kleinen, pummeligen stationssekretärinnen. :D

gut gemacht, nikola. ich hatte richtig viel freude an deinem wortwitz und deiner kreativität. weiter so!!

für alle, die sich selbst eine meinung bilden möchten: hier geht's zum buch...
und wenn ihr ein bisschen mehr von nikola erfahren möchtet: hier geht's zu ihr...

Freitag, 12. Juli 2013

john green - das schicksal ist ein mieser verräter...

drei worte: selten so geheult.

das einzige, was mich lange davon abgehalten hat, dieses buch zu lesen, ist die tatsache, dass ich keine "krebsbücher" lese. aber im vorwort hat john green klargestellt, dass es sich um eine völlig fiktive geschichte handelt. nichtsdestotrotz ist die story so fesselnd, man lebt so mit, dass es manchmal nicht möglich war, sich soweit zu distanzieren, dass man nicht rotz und wasser fließen lässt.

es geht um die 16jährige hazel, die an einem palliativ behandelten schilddrüsenkrebs mit lungenmetastasen leidet. die schule hat sie schon lange verlassen müssen, weil der schulbesuch mit dem fortgeschrittenen zustand ihrer erkrankung nicht vereinbar wäre. hazel ist abhängig von stetiger sauerstoffsubstitution, tagsüber hat sie ein mobiles atemgerät, nachts wird sie an ein bipap-gerät angeschlossen. also beschränkt sich die "normalität" für sie auf einzelne collegevorlesungen, dem inflationären einsaugen von literatur und dem gelegentlichen teilnehmen an einem nachmittagstreffen todkranker "krebskinder" in der örtlichen kirche.

dort lernt sie augustus waters kennen, 18 jahre alt und an einem osteosarkom erkrankt, was ihn ein bein gekostet hat. zum zeitpunkt ihres ersten treffens ist er beschwerdefrei und augustus geht lediglich als unterstützung seines freundes mit zur selbsthilfegruppe. die beiden verlieben sich ineinander, wobei dies für hazel ein umstand ist, gegen den sie sich anfangs stetig wehrt. sie will nicht, dass augustus, der eine positive prognose hat, sich in sie, die unheilbar kranke und dem tod geweihte patientin verliebt und letztlich an dem verlust leidet. aber augustus' stetes, ehrliches werben, ihre gemeinsamen unternehmungen und erlebnisse, die gemeinsamen ängste und sorgen verbinden mehr als vernunftbasierende bedenken. 

aber wie das leben so spielt - das schicksal ist eben wirklich ein mieser verräter... - ist nicht hazel diejenige, die zuerst gehen muss. 

das berührende an dieser geschichte ist nicht mal die "krebsstory" und die beschreibung des siechens und sterbens, sondern die gesamte rahmenhandlung. da geht es um hazels lieblingsbuch, den autor desselben, die geschichte der protagonisten dieses buchs... das alles wird in die liebesgeschichte der beiden jugendlichen verflochten. zudem beschäftigt man sich als elternteil automatisch auch mit den empfindungen der eltern von hazel und augustus. und mit jeder seite, die man liest, freut man sich mehr über die gesundheit der eigenen kinder und gleichzeitig spürt man immer wieder den schauer, der einen überläuft, wenn man sich dem gedanken stellt: was würde ich denken, fühlen, sagen...?? 

für mich war "das schicksal ist ein mieser verräter" eindeutig das beste buch, was ich in diesem jahr, wenn nicht sogar in den letzten paar jahren, gelesen habe. da es ein bibliotheksbuch ist, werde ich es mir sicher noch kaufen, denn dies ist eines zum mehrfachlesen, zum verleihen, zum empfehlen, zum daraus vorlesen...




Mittwoch, 10. Juli 2013

ausbeute...

heute nachmittag war ich wieder in der stadtteilbibliothek, weil mich eine nette mail erreichte, dass die für mich zurückgelegten bücher es kaum erwarten können, mich zu besuchen. ;)

schon beim letzten besuch dort habe ich mir folgenden lesestoff nach hause geholt:

tess gerittsen - sag niemals stirb (hab ich mittlerweile fertig gelesen - netter, etwas seichter thriller

josh bazell - einmal durch die hölle und zurück (ich bin fast durch - megagutes buch, so wie der vorgänger "schneller als der tod" lernt man beiläufig in den fußnoten mehr, als ich in vielen schulstunden hätte lernen können. nix für leute, die an einer durchgehend spannenden story hängen, sondern die es gern haben, sehr ausgefeilte exkurse zu lesen. bazell kommt von hölzchen auf stöckchen und bleibt dabei trotzdem immer kurzweilig.)

monika geier - schwarzwild (regionalkrimi "hier aus der gegend")

alan bradley - flavia de luce, vorhang auf für eine leiche

heute sind dann noch dazugekommen:

john green - das schicksal ist ein mieser verräter

ursula poznanski - blinde vögel

karen slaughter - verstummt

walter moers - das labyrinth der träumenden bücher


und von sandra b. hab ich noch ein buch geliehen bekommen, dass ich ihrer meinung nach UNBEDINGT lesen müsse:

camilla läckberg - die töchter der kälte


also... ich bin versorgt. :)


Montag, 8. Juli 2013

ich liebe solche filme...

... in denen dialoge vorkommen wie:
 
"wo hast du denn fahren gelernt??"
"bei stevie wonder!!"
 
oder
 
"hey, wart mal, warum ist dein ding größer als meins??"
"das hat genetische gründe, zwerg nase..."
 
(tango & cash)
 
 
ich hab jetzt eine woche urlaub. und pünktlich zu dem zeitpunkt, zu dem ich sonst alle möglichen sachen erledige, die ein auto erforderlich machen, ist genau jenes kaputt. was, weiß ich nicht genau. der dentist hat mich heute zu meiner werkstatt begleitet, wo ich die karre abgestellt habe und die schlüssel, papiere und folgende erklärung hinterlassen habe:
 
"auto macht komische geräusche und muss mittels komplett durchgetretenen gaspedals überzeugt werden, sich vorwärts zu bewegen. außerdem blinkt die gelbe kontrollleuchte mit motorsymbol. nach kurzer zeit leuchtet diese durchgängig."
 
außerdem meine telefonnummer, in der hoffnung, dass morgen ein anruf erfolgt, der mich von der harmlosigkeit der symptome überzeugt und mir generöserweise eine lächerlich geringe reparaturrechnung in aussicht stellt.
 
o.k., letzteres ist illusionär, aber ich war und bin ja optimistin.
 
eine geschiedene optimistin, übrigens. da meine kinder es doof finden, wenn ich diesen umstand als "glücklich" bezeichne, müsst ihr diesen letzten satz als verhaltene freudensbekundung lesen. ;)
es hat ja eine weile gedauert, bis die ganze chose in trockenen tüchern war, aber ich glaube, die lange zeit war zumindest für uns beide gut, um uns auseinander zu dividieren. mir geht es wirklich und ehrlich besser als jemals in den letzten fünf bis zehn ehejahren, und ich habe mittlerweile jeglichen groll meinem ex-mann gegenüber abgelegt. umgekehrt scheint das etwas anders zu sein - den grußlosen abgang ohne eine gereichte hand interpretiere ich mal so.
 
in sachen liebe tut sich bei mir definitiv nichts. wobei ich das nicht mal bedaure im moment. und das ist jetzt keine schutzbehauptung, sondern das ergebnis einer genauen gefühlsprüfung. vielleicht läuft mir irgendwann DER mann über den weg, vielleicht auch nicht. ich bin sicher, dass ich zuerst mal mit mir selbst klarkommen muss, bevor ich mein leben mit irgendjemand anderem teile. da ich den größten teil meines lebens in einer festen beziehung lebte, die mich immer mehr in eifersucht, misstrauen, missgunst und neid versinken ließ, ist die alternative "allein sein" schmerzloser und unkomplizierter. und ich habe viele gute beispiele um mich herum, die mir zeigen, dass "single" nicht "einsam" heißt. und das ist auch gut so. ;)
 
ein riesenvorteil ist die freiheit, die macht über die fernbedienung zu haben. weshalb ich heute abend zum gefühlten 493. mal "tango & cash" schauen konnte...