Donnerstag, 17. Juli 2014

heute im bus ...

... ein gespräch zwischen zwei schulmädchen:

"weißt du, wer heute geburtstag hat?? rate mal!!"
"deine mama??" "nö."
"dein papa??" "nö."
"deine schwester??" "nö."
"wer denn??"
"angela merkel."
"wer ist das??"
"kennst du nicht?? angela merkel?? die bundeskanzlerin!!" "nö."
"die war auch bei den fußballspielen dabei."
"die blonde??"
"nö. die alte."

:D

Samstag, 5. Juli 2014

die lieben kinderchen ...

momentan lese ich gerade ein gutes buch. ich dachte, es gehört in die kategorie "chick-lit", allerdings hat es nun schon so viele gedanken und überlegungen provoziert und so einige gespräche mit meinem umfeld angeregt, dass ich es nicht mehr als seichten lesespaß abtun würde. es handelt sich um "weiberabend" von joanne fedler. das bibliotheksexemplar ist fröhlich-pink, daher der erste eindruck von der wenig tiefgründigen lektüre.

ein "weiberabend" im kreise der besten freundinnen, die sich allesamt durch die vorschule der einzelnen sprösslinge kennen und schätzen gelernt haben. man findet die gleichen frauentypen, die man überall findet: die karrierefrau, die übermutter, die putzwütige, die überforderte, die besserwisserische... wer von uns kann sich davon freisprechen, in keine dieser schubladen zu passen??

ich kann mich beispielsweise noch gut an die zeiten erinnern, als mein zweitgeborener zu unserer familie hinzustieß, gerade 15 monate jünger als der "große" und deutlich pflegeaufwendiger. war unser lukas ein wahres sonnenscheinchen, der jeden menschen, der ihm ein freundliches lächeln schenkte, mit einem einnehmenden strahlen belohnte, so schien janis eher vom stamme "schau mich bloß nicht an!!" zu sein. alles, was nicht nach mami aussah, roch oder sich anfühlte, wurde sofort per gebrüll in flugzeugtriebwerklautstärke auf abstand gehalten. zudem schlief er weniger, wollte mehr an die brust und war ausgesprochen ungeduldig.

für mich war das eine katastrophe, denn mit einem derart unleidlichen kind macht man sich keine freunde. keine andere mutter findet es angenehm, wenn man sich mit einem brüllaffen an den tisch setzt, das gespräch nur fortsetzen kann, indem man dezibelmäßig zulegt und während der konversation oft aufsteht, den säugling wiegt und umhergeht. das nimmt doch etwas die ruhe... ;)

und es macht einsam. ich habe in dieser zeit sehr, sehr gelitten und war ausgesprochen überfordert. manchmal weinte ich mit meinem schreibaby und weil das ansteckend ist, heulte lukas gleich mit. einzig unsere gemeinsamen langen mittagsschläfchen haben mich davon abgehalten, von einer unglücklichen mum zu einer schlechten, gemeinen monstermutter zu werden.

das gleiche spiel dann, als die jungs im frühen grundschulalter waren. egal, wo wir gemeinsam auftraten, die jungs waren überall bekannt wie bunte hunde. die nachbarin meiner besten freundin verschanzte sich beim vorfahren unseres autos sofort in ihrem haus und warnte michaela per telefon, dass "diese furchtbaren buben bitte ihre vorgartenpflanzen verschonen mögen". nach draußen traute sie sich nicht, aus angst, die beherrschung zu verlieren ob der nervensägenkompetenzen meines nachwuchses. auch in dieser zeit fühlte ich mich oft sehr allein mit meinen problemen, war überzeugt, dass jedes andere kind in meinem umfeld besser erzogen war, über ein höheres soziales potential verfügte und in jeder hinsicht liebenswerter war.

nun kam natürlich hinzu, dass ich mit vielen erziehungsproblemen (wie übrigens in vielen familien) auch alleingelassen wurde. meine im gleichen haus lebenden schwiegerelten untergruben aus liebe und manchmal auch aus der überzeugung, es einfach besser zu wissen, meine aufgestellten regeln, der kindesvater sprach inflationäre strafen aus, für deren exekution dann ich zuständig sein sollte. haperte es dann mit der konsequenz bei der durchsetzung dieser strafen (beispielsweise 6 wochen fernsehverbot...), war auch gleich die schuldige für das versagen gefunden. ich eignete mich ja gut dafür... ;)

heute ist das auch ähnlich. wenn mein erstgeborener unentschuldigte fehlstunden anhäuft, weil er zu faul und zu wenig organisiert ist, um sich um die entschuldigungszettel zu kümmern, erhalte ich einen brief von der schule. ich spreche mit meinem sohn - der mittlerweile auf seinen 20. geburtstag zusteuert und eigentlich alt genug sein müsste, um die konsequenzen intellektuell zu erfassen und entsprechende vorsorge zu treffen - und dieser lässt mich ablaufen. ich hätte ja keine ahnung und er hat das alles im griff und er kümmere sich und überhaupt ... nun, ICH sehe, wo das hinführt und meines erachtens ist die wahrscheinlichkeit, mit dieser taktik in den besitz eines abiturzeugnisses zu gelangen ebenso groß wie die, einen hauptgewinn im lotto zu machen. das töchting sagt dann öfter vorwurfsvoll zu mir: "mama!! dann sag dem doch mal, dass er in die schule gehen muss!!" nun, es ist ja nicht so, dass ich das nicht täte. aber fakt ist, dass ich früher das haus verlasse als er. und ich morgens auch nicht nachprüfen kann, ob er tatsächlich eine stunde später hat und deshalb das verweilen in der koje gerechtfertigt ist.

und wieder fühle ich mich nicht anders  als damals, als ich mit den beiden kleinkindern zu hause saß, mich mit meiner waschmaschine unterhielt und sehnsuchtsvoll meine rückkehr in die welt der erwachsenen  erwartete. denn wieder ist es so, dass mir zwar jeder erzählt, dass ihn die unentschlossenheit und die faulheit seines nachwuchses "um den verstand" brächte, aber jeder einzelne dieser sprösslinge zweifellos sein reifezeugnis ablegen wird oder schon abgelegt hat. mit unentschlossenheit könnte ich leben ... aber die gewissheit, dass der eingeschlagene weg direkt in die katastrophe führt, macht mich kirre.

und wer am ende wieder den vorwurf einstecken darf, das ist nicht schwer zu erraten ...

ich bin mal gespannt, ob das gefühl sich irgendwann einstellt. dieses "zurücklehnen" und nicht mehr sorgenvoll in die zukunft blicken, weil sich alles zum rechten gefügt hat. 

wäre das schön ...





p.s. man merkt schon, dass ich momentan etwas gefrustet bin, oder?? für stimmungsaufhellende kommentare, glückshormone in pralinenform oder eine schulter zum anlehnen wäre ich dankbar.